13 Gewohnheiten für den langfristigen Vermögensaufbau
Das Leben hierzulande wird immer teurer. Wenn sich Rechnungen stapeln, Ersparnisse schrumpfen – oder gar nicht vorhanden sind – und der Traum vom Eigenheim in unerreichbare Ferne zu rücken scheint, kann der Alltag zu einem Kampf werden. Eine sparsame Lebensweise hilft natürlich – aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt.
Wollt ihr mehr Geld zur Verfügung haben, reicht es nicht, mit Geld gut umgehen zu können; entscheidend ist, zu verstehen, wie das Finanzsystem funktioniert. Dieses Unterfangen kann aufgrund der Komplexität gerade zu Beginn recht überwältigend sein. Aber nur so könnt ihr finanzielle Fehlentscheidungen vermeiden und tatsächlich Vermögen aufbauen, statt euch von einer Gehaltsauszahlung zur nächsten zu hangeln und irgendwie den Monat zu überstehen. Hier sind einige Ideen, wie und wo ihr beginnen könnt.
Die in diesem Beitrag veröffentlichten Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine professionelle Finanzberatung, Anlageberatung oder Empfehlung dar. Alle Informationen, Analysen und Meinungen spiegeln lediglich meine persönliche Sicht wider und basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen, die als zuverlässig erachtet werden. Ich bin keine zertifizierte Finanzberaterin und übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Jegliche Investitionsentscheidungen, die auf Grundlage der hier präsentierten Inhalte getroffen werden, erfolgen auf eigenes Risiko der Leserinnen. Leserinnen sollten vor jeder Anlageentscheidung professionellen Rat einholen und ihre individuelle finanzielle Situation berücksichtigen. Ich hafte nicht für etwaige Verluste oder Schäden, die durch die Nutzung der hier bereitgestellten Informationen entstehen können.
1. Erstellt ein Budget für jeden Lebensbereich.
Euer Budget ist euer finanzieller Fahrplan – und ihr benötigt für jeden Bereich eures Lebens ein Budget. Je nachdem, in welcher Situation ihr euch befindet, kann es schwierig sein, für das gesamte Jahr im Voraus zu planen. Grundsätzlich solltet ihr jedoch mindestens eure Ausgaben für die nächsten drei Monate kennen und planen. Dazu gehören etwa Miete, Versicherung, Lebensmittel, Kosten für die Kinderbetreuung usw.
Ihr müsst eure Ausgaben und eure Einnahmen kennen. Das funktioniert nur, wenn ihr jeden einzelnen Euro nachverfolgen könnt. Ob ihr dafür Notizbuch und Stift verwendet oder eine App, ist einerlei.
Vielleicht stellt ihr so fest, dass ihr noch für ein Abonnement zahlt, das ihr gar nicht mehr nutzt oder ihr findet irgendwo ein bisschen Geld zum Investieren.
Für die erste Haushaltsplanung könnt ihr versuchen, euch an der 50-30-20-Regel zu orientieren – falls eure persönliche Situation dies ermöglicht. Dabei wird das Nettoeinkommen wie folgt aufgeteilt:
50% für Fixkosten (Notwendiges)
30% für persönliche Bedürfnisse (Wünsche)
20% zum Sparen (Ziele)
Wollt ihr eure Finanzen seriös managen, kommt ihr nicht umhin, euch einmal im Monat euren Kalkulationstabellen zu widmen. Euer Budget in Ordnung zu bringen ist ein entscheidender erster Schritt, aber genauso wichtig ist es, das, was ihr euch hart erarbeitet habt, auch regelmäßig zu praktizieren.
2. Verlasst euch nicht auf eine einzige Einkommensquelle.
Hierzulande ist es üblich, sich ausschließlich auf das Gehalt aus dem Angestelltenverhältnis zu verlassen. Bei einem Verlust des Arbeitsplatzes oder einem Wirtschaftsabschwung (wie aktuell) ist man damit allerdings nur einen Schritt davon entfernt, in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten zu kommen.
Natürlich gibt es Arbeitslosengeld, natürlich haben wir eine enorme soziale Absicherung durch das Solidaritätsprinzip. Wenn ihr euch darauf verlassen wollt, dass Vater Staat euch schon auffangen wird, müsst ihr jetzt nicht weiterlesen.
Für langfristige Stabilität und finanzielle Sicherheit – auch im Hinblick auf die Rente – sind mehrere Einnahmequellen entscheidend.
Fangt klein an. Sucht nach unterschiedlichen Möglichkeiten, ein Hobby, eine Fähigkeit oder Expertise zu monetarisieren. Vielleicht könnt ihr Vorträge zu einem bestimmten Thema halten, beratend tätig sein, physische Produkte verkaufen oder einen kostenpflichtigen Newsletter versenden.
Schafft euch ein Sicherheitsnetz.
3. Nehmt euch in Acht vor Lifestyle-Inflation.
Lifestyle-Inflation entsteht, wenn die Ausgaben mit dem Einkommen steigen. Sobald ihr etwas mehr Geld zur Verfügung habt, ist es vielleicht verlockend, häufiger im Restaurant essen zu gehen, ein neues Auto zu kaufen oder in ein größeres Haus zu ziehen.
Ideal ist es aber, die Lebenshaltungskosten konstant zu halten und das zusätzliche Geld zu investieren.
Natürlich kann man (finanzielle) Erfolge feiern – aber es ist wichtig, Geld klug und nachhaltig einzusetzen.
So kann es beispielsweise eine gute Investition sein, wenn ihr eine Putzhilfe beschäftigt, da ihr dann mehr Zeit für eure Familie oder für eure Nebentätigkeit habt. Vergewissert euch, eure Ausgaben bewusst zu tätigen.
4. Investiert.
Eine der größten Fehlentscheidungen beim Vermögensaufbau ist, nicht zu investieren.
Und eine der größten Fehlannahmen beim Investieren ist, man müsse ein hohes Startkapital haben. Ihr könnt mit einem Euro beginnen. Wie? Sogenannte Teil- oder Bruchteilsaktien ermöglichen den Kauf von Anteilen einer Aktie, statt der gesamten Aktie und erlauben so Investitionen in hochpreisige Aktien mit geringerem Kapital. Diese sind auch für ETFs und Investmentfonds verfügbar, schütten anteilig Dividenden aus und unterliegen denselben Marktvolatilitäten wie Vollaktien.
Informiert euch gut, wie ihr wo investieren könnt. Am Anfang geht es vor allem darum, ein Gefühl dafür zu bekommen und eine neue Gewohnheit zu etablieren.
Macht euch mit den Konzepten des Finanzwesens, wie Zinseszins und Rendite, vertraut.
5. Tilgt Kredite mit hohem Zinssatz.
Nicht jeder Kredit ist per se problematisch – aber hochverzinsliche Schulden sind es. Dazu zählen
Überziehungszinsen, die durchschnittlich bei 10% bis 15% liegen, bei einigen Banken jedoch bis zu 20% betragen können.
Kreditkarten-Schulden (revolvierende Kredite auf Kreditkarten können je nach Anbieter bis zu 20% Zinsen kosten).
Ratenkredite von Zahlungsdienstleistern, wie Klarna oder PayPal, bei denen die Zinsen ebenfalls im zweistelligen Bereich liegen.
Bankkredite, für die etwa 5% bis 8% Zinsen fällig werden, oder Kredite zur Baufinanzierung (2,5% bis 4%) stellen nicht unbedingt ein Problem dar. Statt diese schneller abzubezahlen, etwa durch Sondertilgung, kann es sinnvoller sein, das Geld zu investieren. Dies kann etwa dann gelten, wenn euer Kreditzins bei 3,5% liegt, eurer Anlage dagegen ein Wachstum von 7 bis 10% prognostiziert wird. Ihr müsst es einfach ausrechnen und abwägen.
Betrachtet euch selbst als Bilanz – als Gesamtheit eures Vermögens und eurer Schulden, nicht nur als Scheckbuch, das lediglich den aktuellen Kontostand und die laufenden Transaktionen repräsentiert. Ihr seid die Vermögenswerte, die ihr besitzt, nicht die Ausgaben, die ihr habt.
6. Priorisiert eure finanzielle Bildung.
Wir alle haben viele Schuljahre mit Algebra verbracht; Fähigkeiten und Kenntnisse, die es ermöglichen, fundierte und zweckmäßige Entscheidungen in Finanzangelegenheiten zu treffen, um so die eigene finanzielle Zukunft aktiv gestalten zu können, stehen leider auf keinem Lehrplan.
Doch finanzielle Allgemeinbildung ist der Schlüssel zum Vermögensaufbau.
Schlüsselkomponenten sind:
Budgetierung: Die Fähigkeit, Einnahmen und Ausgaben systematisch zu planen und zu steuern.
Sparen: Das Bewusstsein für die Bedeutung des gezielten Sparens für unterschiedliche Lebensziele.
Investieren: Grundlegendes Verständnis verschiedener Anlageformen sowie deren Chancen und Risiken.
Kreditmanagement: Fundierte Kenntnisse über Kredite, deren Kosten und einen verantwortungsvollen Umgang mit Schulden.
Finanzplanung: Die Fähigkeit, langfristige Finanzstrategien zu entwickeln – von der Karriereplanung bis zur Altersvorsorge.
Niederschwellige Anlaufstellen sind YouTube-Kanäle oder Podcasts zu dem Thema. Natürlich gibt es auch soziale Beratungsstellen und eine Flut an Finanzliteratur.
7. Baut Rücklagen für Notfälle auf.
Das Leben ist unvorhersehbar: Krankheit, Familienzuwachs, Jobverlust, ein kaputtes Auto oder eine neue Waschmaschine – letztlich wisst ihr nie, was auf euch zukommt oder was ihr außerplanmäßig benötigt.
Ohne Rücklagen für Notfälle seid ihr gezwungen, in solchen Situationen Kredite aufzunehmen und geratet eventuell in die Schuldenfalle.
Ziel sollte es sein, auf einem separaten, leicht zugänglichen Konto (beispielsweise ein Tagesgeldkonto) so viel Geld zur Verfügung zu haben, um die Lebenshaltungskosten für mindestens drei bis sechs Monate decken zu können.
8. Plant euer Anlageportfolio sorgfältig.
Wenn sich gerade eine lukrative Anlagemöglichkeit eröffnet, ist es nicht unbedingt klug, sofort eine sehr hohe Summe – oder gar alles, was euch zur Verfügung steht – zu investieren.
Überlegt euch gut, aus welchen Vermögenswerten und Anlageklassen euer Portfolio bestehen soll.
Die wichtigsten Bestandteile eines Anlageportfolios sind:
Aktien: Einzelaktien oder Aktienfonds für Wachstumschancen
Anleihen: Staats- und Unternehmensanleihen für Stabilität und regelmäßige Erträge
Geldmarktinstrumente: Tagesgeldkonten oder Geldmarktfonds für schnelle Verfügbarkeit und geringe Wertschwankungen
ETFs (Exchange Traded Funds): kostengünstige Indexfonds, die in verschiedene Anlageklassen investieren
Rohstoffe: als Wertsicherung in verschiedenen Marktphasen
Immobilien: als direkte Investition oder über Immobilienfonds (optional)
Eine breite Diversifikation hat dabei zum Ziel, das Risiko zu streuen. Die genaue Zusammensetzung eures Portfolios hängt von euren individuellen Zielen, eurer Risikobereitschaft und eurem Anlagehorizont ab. Informiert euch gut über die verschiedenen Ansätze.
9. Überwacht eure Ausgaben regelmäßig.
Das ist selbsterklärend: Versucht, unnötige Kosten zu reduzieren und dadurch Mittel zum Sparen und Investieren freizusetzen.
10. Legt finanzielle Ziele fest.
Klare Ziele erhalten die Motivation aufrecht. Notiert euch ein spezifisches, messbares Ziel, das ihr finanziell verfolgt.
Welche konkrete Zahl benötigt ihr auf eurem Konto, um euren Immobilienkredit, Miete oder sogar den gesamten Lebensunterhalt zu decken? Wie viel müsst ihr anlegen, um eine entsprechende Rendite zu erhalten? Unterteilt diese Summe in kleine, machbare Etappen und überprüft eure Fortschritte monatlich. Mit dem Erreichen kleiner Meilensteine bleibt ihr motiviert und auf dem richtigen Kurs.
11. Kümmert euch um eure Altersvorsorge.
Ja, das ist ein leidiges Thema – unerfreulich und komplex. Das Risiko, im Alter nicht genug Geld zur Verfügung zu haben, wird allerdings immer höher. Die Augen davor zu verschließen, macht das Problem nicht besser.
Ein Richtwert ist, 5% bis 10% des Bruttogehalts für die Zukunft zurückzulegen. Auch kleinere Beträge können hilfreich sein, um eine gute Basis zu schaffen. Schneidet eure Strategie auf eure Bedürfnisse zu.
12. Automatisiert eure Finanzen.
Sparen und Investieren zu automatisieren, ist eine der einfachsten Möglichkeiten, um beständig am Erreichen eurer finanziellen Ziele zu arbeiten. Dies kann mit der Einrichtung von Daueraufträgen oder Sparplänen umgesetzt werden.
13. Holt euch professionellen Rat.
Das Finanzsystem ist unglaublich komplex. Um bessere Entscheidungen zu treffen und Strategien zu finden, die ihr noch nicht kennt, ist es sinnvoll, sich von Expert*innen beraten zu lassen: Finanzberatung, Bankberatung, Steuerberatung, Anlageberatung, Kreditberatung, etc.
Konsultiert gegebenenfalls Verbraucherzentralen, um seriöse Angebote zu finden. Trefft informierte, selbstbestimmte Entscheidungen.
Der Aufbau von Wohlstand ist das Ergebnis kleiner, beständiger Handlungen über einen längeren Zeitraum.
W E I T E R E B E I T R Ä G E
Moderne Mutterschaft


Über den Umgang mit Geld und die Notwendigkeit, das Finanzsystem zu verstehen.