Der BlogThe Old Mom Blog ist ein Ort für Philosophien von Mutterschaft. — Perspektiven, Haltungen und Gewohnheiten, erprobt und an der Wirklichkeit gemessen. Was sich im Kleinen verschiebt, verändert die Richtung des Ganzen.
Dieser Ort ist für Frauen, die die eingeübten, repetitiven Haltungen der Gesellschaft, die mit der eigenen Lebensrealität wenig zu tun haben, hinterfragen. Er ist für jene, die Freude nicht als Zustand betrachten, der eintritt, sondern als etwas, das aktiv gestaltet wird. Für die, die vom Perfektionismus lieber zur Experimentierfreude wechseln. Und für alle, die mehr wollen — von sich, vom Leben, von ihrer Mutterschaft.
Der AnfangDas Wochenbett war der Ausgangspunkt. Nicht weil es besonders schwer war — sondern weil es so unfassbar groß war. So überwältigend schön und erschütternd gleichzeitig, dass ich wünschte, die Zeit anhalten zu können — um zu begreifen, was gerade passiert und um alles nochmal zu erleben, langsamer diesmal.
Stattdessen war es, als würde ich auf einem dahinrasenden Fahrrad sitzen, versuchen, mit den Füßen auf die Pedale zu kommen, das Tempo zu bestimmen, zu lenken — aber eigentlich habe ich nur versucht, nicht runterzufallen.
Der Seelenseismograph schlägt aus. Und niemand spricht darüber.
Nicht weil es niemanden interessiert. Sondern weil die Sprache dafür fehlt — in Gesprächen, in Ratgebern, im gesellschaftlichen Bild von Mutterschaft. Gesprochen habe ich viel mit anderen Müttern — aber eher über Rückbildung und Babykleidung.
Was bleibt, ist das Funktionieren. Die Stille dahinter gehört niemandem.
Als unsere Tochter dreizehn Monate alt war, brachen wir zu einer mehrwöchigen Elternzeitreise nach Kanada auf. Der Blog wuchs mit — und seither weiter.
Der alte Mama Blog?
Alle Schwangeren, die 35 Jahre und älter sind, werden als Spätgebärende bezeichnet und — unabhängig von ihrer tatsächlichen physischen Verfassung — als Risikoschwangerschaft kategorisiert.
Besonders am Anfang meiner Schwangerschaft wurde mir immer wieder erklärt, wie alt ich sei. All die Komplikationen, die mir deshalb prophezeit wurden, blieben aus. Was kam, war der Name für meinen Blog.
Foto: Juliana Socher
About Adeline
Ich bin Adeline | ˈædəˌlaɪn |
Aus Neugier und Freude am Tun entdecken, lernen, wachsen — und dabei ein schönes, selbstbestimmtes Leben führen. Das ist der Antrieb hinter allem, was hier entsteht.
Ich habe je einen Master in Kunstgeschichte und Geschichte — letzteren als Jahrgangsbeste. Zwei Disziplinen, die analytisches Denken schulen: Quellen interpretieren, unterschiedliche Perspektiven gegenüberstellen, lange Texte fundiert erarbeiten. Das sind die Werkzeuge, die ich mitbringe.
Die erste eigene Website habe ich vor zwanzig Jahren in HTML und CSS geschrieben. The Old Mom Blog ist nach zwei vorangegangenen Versuchen das dritte Projekt — das erste, das hält. Es ist mein kreatives Ventil, das ich der mentalen und emotionalen Dimension von Mutterschaft gebe. Hier schreibe ich mit ungeschönter Ehrlichkeit und (dennoch?) positiver Grundstimmung.
Und ich trinke meinen Kaffee heiß. Nicht, weil das Leben so reibungslos verläuft, sondern weil ein guter Thermosbecher eines der unterschätzten Werkzeuge der Selbstbestimmung ist.
Nichts ist schöner und schwerer, herausfordernder und erfüllender, vor allem aber individueller, als Mutterschaft. Was ich hier teile, sind Einblicke in meinen Weg — Ideen, Perspektiven, Lösungen, die ich für mich gefunden und erprobt habe. Nichts davon ist universell; lediglich eine Einladung zur Reflexion. Ich empfehle nur, was ich selbst verwendet und für gut befunden habe. Die Magie im Alltäglichen zu entdecken ist kein Versprechen, sondern eine Haltung. Und es gibt immer mehr als einen einzigen Weg, um sich ein schönes Leben zu erschaffen.
Gesellschaftskritik schwingt mit, wird aber nie zum Selbstzweck. Der Fokus liegt auf dem, was tatsächlich im eigenen Wirkungskreis liegt.
Selbstwahrnehmung ist der erste Schritt heraus aus dem Autopiloten — und der Ausgangspunkt für alles, was hier gedacht und erprobt wird. Wer damit anfangen möchte: Es gibt einen kostenfreien Mini-Kurs per E-Mail — drei kurze Impulse, ohne Optimierungsdruck.
Noch eine (heutzutage leider)
notwendige Einordnung:
Mein Leben ist nicht euer Leben – und euer Leben ist nicht meines.
Was sich digital zeigt, ist stets ein fragmentarischer Ausschnitt, kein vollständiges Abbild biografischer, emotionaler oder struktureller Realität. Ich kenne weder die individuellen Kontexte noch die impliziten Belastungen, Dynamiken und Verantwortlichkeiten, die euren Alltag prägen. Und umgekehrt ist das, was von meinem Leben sichtbar wird, lediglich eine selektive Oberfläche – kein Zugang zur tatsächlichen Komplexität, Widersprüchlichkeit und inneren Kohärenz meiner Erfahrungen.
Digitale Kommunikation operiert zwangsläufig unter Bedingungen radikaler Kontextreduktion. Sichtbarkeit bedeutet nicht Transparenz. Präsenz bedeutet nicht vollständige Offenlegung.
Ich habe keinerlei Intention, durch Aussagen zu provozieren oder zu irritieren. Eine Kommunikation, die lediglich auf Störung oder Affektzunahme abzielt, erzeugt keinen konstruktiven Mehrwert – weder für euch noch für mich.
In einem medialen Umfeld, das systemisch auf Reizverstärkung und Polarisierung ausgerichtet ist, sehe ich bewusste Zurückhaltung als eine Form von Verantwortung.
FAQs
Welches ist dein Lieblingsreiseziel?
1
Island. Schon immer. Als kleines Mädchen liebte ich Pferde – vor allem Islandpferde. Ewig durchblätterte ich Bildbände und war nicht nur von diesen wunderschönen Tiere fasziniert, sondern ganz besonders auch von der Landschaft, in der sie heimisch sind. Dieses raue, karge Land – Berge, Weite, Flüsse, Wasserfälle, Vulkane, heiße Quellen, Meer und Wind. Der Zauber dieses Landes wird mich nie loslassen. Ich würde sofort auswandern, aber leider will mein Mann lieber nach Neuseeland.
Wie sieht deine Morgenroutine aus?
2
Ich bin ein absoluter Morgenmensch. Ich liebe den frühen Morgen und stehe gerne zwischen 4 und 5 Uhr auf, um beim Erwachen des neuen Tages dabei zu sein. Diese Zeit, die allein mir gehört, genieße ich sehr. Nach dem Aufstehen bereite ich mir je nach Laune einen Espresso (in der Siebträgermaschine, versteht sich) oder einen schwarzen Tee mit Milch (Earl Grey oder English Breakfast) zu. Danach setze ich mich an den Laptop und arbeite an meinen Projekten, wie etwa diesem Blog. Manchmal meditiere ich oder schminke mich – aber ich tue immer etwas für mich, etwas was mir Freude bereitet. Übrigens habe ich einen Blogpost zu dem Thema geschrieben: Morgenroutine Mama.
Was ist der beste Ratschlag, den du je bekommen hast?
3
In Bezug auf Mutterschaft: “Hör bloß auf niemanden. Nur, weil jemand vier Kinder großgezogen hat, heißt es nicht, dass er oder sie es bei einem einzigen richtig gemacht hat.”
In Bezug auf eigene Projekte/Selbständigkeit etc.: “Done is better than perfect.” Manchmal muss man einfach anfangen, seine Idee in die Welt tragen, einen Blog veröffentlichen – auch, wenn alles noch unfertig ist und in den Kinderschuhen steckt. Darauf zu warten, dass man diesen Workshop noch besucht, sich noch jenes Wissen angeeignet hat oder was auch immer, bedeutet manchmal, dass man nie den Punkt erreichen wird, etwas Eigenes zu starten. Ganz egal, ob Selbständigkeit oder Hobby.
Welche Überzeugung hast du in den letzten Jahren revidiert?
4
Scheitern = Versagen. Lange dachte ich, es gäbe nur einen Versuch für das Erreichen eines Zieles, nur einen einzigen richtigen Weg für ein gelungenes Leben. Heute sehe ich die Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten — und Fehlschläge lediglich als Informationen oder Messwerte.
Was macht dir im Alltag Freude?
5
Die Entdeckung, dass Bärlauch in unserem Garten wächst (aus dem ich dann ein köstliches Pesto zubereitet habe). Eine Nachricht einer lieben Freundin. Minuten der Stille, in denen die eigenen Gedanken Flügel bekommen. Im Winter: kurze Tage und der Anblick von frisch gefallenem Schnee. Im Sommer: Abendluft, durchdrungen von schwerem Blütenduft.
Was liest du gerade?
6
Lesen: Simple Abundance: A Daybook of Comfort & Joy von Sarah Ban Breathnach*, immer wieder Christa Wolf und fast noch lieber die wundersam berührenden Texte von Juliana erzählt.
Hören: A Year of Living Simply: The Joys of a Life Less Complicated von Kate Humble* und immer wieder Feel-Good Productivity von Ali Abdaal*.

