Mutterschutz: Was macht ihr den ganzen Tag? 33 Ideen für sechs Wochen vor Entbindung
Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt der Mutterschutz. Ab jetzt dürft ihr nicht mehr arbeiten. Und nun? Besonders für Erstgebärende ändert sich der Alltag gänzlich. Von 100 auf 0. Was macht ihr mit der vielen freien Zeit? Diese Frage stellen sich wohl viele Frauen – vor allem dann, wenn der Beruf sinnstiftend für das eigene Leben oder das Selbstwertgefühl ist oder wenn man verlernt hat, sich mit sich selbst zu beschäftigen, Langeweile aushalten oder gar genießen zu können. Dabei solltet ihr genau das tun: Die Zeit für euch genießen. Diese Wochen gehören euch allein und jetzt habt ihr nochmal wirklich die Möglichkeit, euren Alltag selbstbestimmt zu gestalten. Habt ihr euer kleines Wunder zur Welt gebracht, werdet ihr erstmal eine ganze Weile euer Baby an die erste Stelle setzen und eure eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. Also genießt die Zeit des Mutterschutzes vor der Geburt! Und keine Angst vor Langeweile: zu tun gibt es genug.
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Selbstfürsorge im Mutterschutz
Beginnen wir mit einem ganz wichtigen Thema: Selbstfürsorge. Das vernachlässigen viele (werdende) Mamas. Dabei ist es so wichtig, auf das eigene Wohl zu achten. Gerade im Mutterschutz solltet ihr euch viel Zeit für euch selbst nehmen. Tut eurem Körper, der gerade einen kleinen Menschen produziert, etwas Gutes!
Schon früh in der Schwangerschaft habe ich jeden Morgen meditiert, jeden Abend Yoga gemacht und fünf- bis sechsmal in der Woche angepasste Workouts absolviert. Die körperliche Betätigung tat mir insbesondere mit Baby im Bauch unglaublich gut – ich habe Sport viel mehr genossen als vorher. Zudem bin ich täglich eine Stunde spazieren gegangen. Das Fahrradfahren hatte ich schon Monate vorher eingestellt, weil ich schlichtweg Angst im Straßenverkehr entwickelt hatte.
Zudem nahm ich mir jeden Tag die Zeit, um mir aus frischen Zutaten etwas Gesundes zu kochen und auch neue Gerichte auszuprobieren.
Meditieren.
Workouts für Schwangere machen.
Yoga praktizieren.
An der frischen Luft bewegen, etwa spazieren gehen.
Gesundes Essen genießen.
Papierkram erledigen
Antrag auf Elterngeld ausfüllen. Das Feld, in dem der Geburtstag eures Babys einzutragen ist, müsst ihr natürlich noch freilassen. Abgesehen davon könnt ihr den Antrag aber schon vorbereiten, sodass ihr ihn nach der Geburt nur noch abschicken müsst.
Liste für To Do’s nach der Geburt erstellen:
Geburtsurkunde beim Standesamt beantragen.
Geburtsurkunde an Krankenkasse schicken.
Kindergeld beantragen. (Der Antrag kann online über das entsprechende Portal eingereicht werden, weshalb es nicht möglich ist, diesen schon vorzubereiten.)
Arbeitsgeber über Entbindung und Elternzeit informieren. Die Elternzeit beginnt erst nach dem Mutterschutz!
Antrag auf Elterngeld fertigstellen und abgeben.
Termin bei Gynäkologin zur Nachsorge vereinbaren (6-8 Wochen nach Entbindung).
Nachsorge-Hebamme über Geburt informieren.
Termin bei Kinderärztin für U3 vereinbaren (4-5 Wochen nach Entbindung).
Wochenbett vorbereiten
Vorkochen. Nährstoffreiche und gehaltvolle Nahrung ist im Wochenbett noch wichtiger, als in der Schwangerschaft. Damit ihr oder euer Partner nicht täglich in der Küche stehen müsst, um für gutes Essen zu sorgen, solltet ihr Gerichte vorkochen und portionsweise einfrieren.
Vorrats- und Kühlschrank sowie Gefriertruhe auffüllen: Und zwar nicht nur mit Zutaten, die erst noch verarbeitet werden müssen, sondern mit fertigen Gerichten fürs Wochenbett. Diese werden im Kühlschrank gelagert und müssen bei Bedarf nur noch schonend erhitzt werden. Einer von mehreren Anbietern hierfür ist Mother’s Finest.
Hygieneartikel auffüllen: Wochenbetteinlagen, nicht parfümierte Duschgels, Körperlotionen und Shampoos (um den feinen Geruchssinn eures Babys nicht zu irritieren), liebste Gesichtscreme, etc.
Informationen zum Thema Säuglingspflege einholen. Erste Anlaufstelle hier ist eure Hebamme. Es gibt auch entsprechende Kurse, bei denen ihr zudem andere werdende Mütter kennenlernen und Kontakte knüpfen könnt.
Wickeltisch einrichten. Bereitet alles vor, wenn ihr euer Kleines das erste Mal zu Hause wickelt: Wickeltisch oder -kommode, Wickelunterlage, Windeln, Wachlappen, Moltontücher und Mullwindeln, Mandelöl, Thermoskanne oder -becher für warmes Wasser (falls ihr nicht im Bad wickelt), etc. Wollt ihr Stoffwindeln nutzen, solltet ihr euch schon früh mit den verschiedenen Systemen beschäftigen, um euch für eines zu entscheiden.
Babyerstausstattung besorgen. Eine entsprechende Liste findet ihr hier. Tipp: Am Anfang könnt ihr gar nicht genügend Bodys haben.
Sanfte Lichtsituation für die Nächte einrichten. Nachts werdet ihr mindestens alle zwei Stunden wach sein – stillen oder Fläschchen geben, Windeln wechseln, Atmung überprüfen. Dabei wollt ihr etwas sehen, aber es soll nicht so hell sein, dass alle richtig wach werden. Neugeborene sind ohnehin äußerst lichtempfindlich. Für eine entsprechend milde Beleuchtung eignen sich etwa ein Nachtlicht* oder dimmbare LEDs.
Hilfe organisieren. Ob eure Freundinnen, die eigenen Eltern oder Geschwister oder eine kurzfristig angestellte Haushaltshilfe: Plant ein, wer euch wie unterstützen kann, damit ihr am Tag der Heimkehr mit eurem Baby (sofern es keine Hausgeburt war), eine warme Mahlzeit auf der Türschwelle stehen habt und ihr in den kommenden Wochen nicht das Bad putzen müsst.
Besuche planen. Kaum ist euer Baby da, werden Familie und Freundeskreis es kaum abwarten können, euer kleines Wunder zu bestaunen. Doch das Wochenbett ist eben dafür da, damit ihr euch von der Geburt erholt. Überlegt euch deshalb schon jetzt gut, wen ihr wann und vor allem wie lange zu Besuch haben möchtet. Lieber alle auf einmal, damit ihr es hinter euch habt? Peu á peu? Oder möchtet ihr einfach eure Ruhe und die Zeit mit eurem Neugeborenen ungestört genießen? Die Entscheidung liegt allein bei euch als Mama. Lasst euch keinen Druck machen; sagt deutlich Nein, wenn etwas für euch nicht passt. Aber es ist hilfreich, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen und eure Entscheidung klar zu kommunizieren. Tipps dazu gibt es hier.
Geburt vorbereiten
Falls noch nicht geschehen: Krankenhaustasche packen.
Manche Schwangere schreiben eine Geburtswunschliste, in der sie formulieren, wie sie sich die Geburtsbegleitung vorstellen. Wie ihr diese verfasst und welche Punkte ihr darin aufnehmt, ist euch überlassen. Dabei kann es nicht nur um eure Wünsche für den Geburtsverlauf gehen, sondern auch um die postpartale Phase. Außerdem trägtt das Verfassen einer Geburtswunschliste dazu bei, dass ihr euch intensiv mit den verschiedenen Aspekten eurer bevorstehenden Entbindung beschäftigt.
Spätestens jetzt solltet ihr euch entscheiden, wo ihr euer Baby zur Welt bringen möchtet. Im Krankenhaus? In einem Geburtshaus? Zu Hause? In jedem Fall solltet ihr alles Notwendige in die Wege leiten. Plant ihr eine ambulante Entbindung oder wollt ihr drei Tage stationär bleiben? Dies müsst ihr mit den Hebammen im Krankenhaus oder Geburtshaus besprechen. In einer Hebammensprechstunde findet die Geburtsplanung statt. Hierbei werden die Aufnahmeformalitäten rund um die Geburt besprochen und die Krankenakte angelegt. Vermutlich werdet ihr auch die Möglichkeit haben, den Kreißsaal schon einmal zu sehen. Kam es in eurer Schwangerschaft zu Komplikationen, findet die Geburtsplanung mit einem geburtshiflichen tätigen Arzt oder einer Ärztin in der Intensivschwangerenberatung statt.
Weitere geburtsvorbereitende Maßnahmen – immer in Absprache mit eurer Hebamme oder Gynäkologin – sind: Heublumensitzdampfbäder, Himbeerblättertee, Datteln, Dammmassage und Akkupunktur.
Stillstart vorbereiten
Mindestens zwei Still-BHs kaufen. Still-BHs müssen vor allem eines sein: bequem. Sie müssen nicht hübsch sein, keine Spitze haben und vor allem keine Bügel. Hattet ihr vor der Schwangerschaft eher kleine Brüste, sind sogenannte Nacht- oder Schlaf-Bustiers für Stillende auch tagsüber eine gute Alternative – trotz des Brustwachstums, das durch die Schwangerschaft und den Milcheinschuss verursacht wird.
Ein festes Stillkissen besorgen, das nicht in sich zusammensinkt, wenn ihr euer Baby darauf ablegt.
Es gibt Stilleinlagen zum einmaligen Gebrauch sowie waschbare zur Wiederverwendung. Besorgt euch am besten beide Varianten, um zu testen, was für euch passt. Gerade im Wochenbett kommt ihr bzw. euer Partner mit dem Waschen womöglich auch gar nicht hinterher.
Es gibt noch einige Gadgets, die die Brustwarzen schützen und den Stillstart erleichtern: Brustwarzensalbe, Silberhütchen, Fettwolle und natürlich Stillhütchen, wobei letztere nur im äußersten Notfall angewendet werden sollten.
E R G Ä N Z E N D E R B E I T R A G
Tipps für das Wochenbett: Prioritäten, Bedürfnisse eures Neugeborenen & Säuglingspflege
Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten im Mutterschutz
Wickeltasche packen – hier lest ihr, was alles hinein gehört.
Mobilee für den Wickeltisch basteln.
Baby-Erste-Hilfe-Kurs machen.
Wohnung babysicher machen – eine Checkliste dafür findet ihr hier.
Kinderzimmer einrichten – lohnt sich nur bedingt, da euer Baby im gesamten ersten Lebensjahr kein eigenes Zimmer benötigt.
Entspannt & genießt! Tut euch etwas Gutes
Was immer euch Entspannung verschafft und Freude bereitet: Tut es!
Macht Wellness, geht zur Friseurin oder Kosmetikerin.
Kino! Geht unbedingt nochmal ins Kino. Oder setzt euch mit einem guten Buch in ein Café.
Lest nicht nur Baby-Ratgeber-Literatur, sondern auch Belletristik oder wofür auch immer ihr euch erwärmen könnt. Schaut Serien.
Legt einfach mal die Beine hoch und hört Musik. Macht gar nichts. Genießt die letzten Wochen mit Baby im Bauch, während ihr euch gleichzeitig darauf freut, euer Kleines bald endlich in den Armen zu halten!
Alles Gute für euch und euer Baby!
W E I T E R E B E I T R Ä G E
Schwangerschaft


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