Kleinkinder bei Regen beschäftigen: 50 Ideen für drinnen und draußen
Regentage mit Kleinkind haben nicht gerade den besten Ruf. Die Wohnung wird eng, der Tag lang. Die folgende Sammlung ist als Ideenvorrat gedacht. 50 Aktivitäten, von denen zwei oder drei genügen, um ein Kleinkind bei Regen beschäftigt zu halten.
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Ich persönlich versuche zunächst, das Wetter anzunehmen — mit Gummistiefeln und regenfester Kleidung lassen sich draußen kleine Abenteuer erleben. Lediglich von Spielplätzen halten wir uns fern; hier ist bei Nässe die Rutsch- und Unfallgefahr um ein Vielfaches erhöht. Bei Gewitter oder Starkregen bleiben wir natürlich auch lieber drinnen.
Weitere Informationen zum Tagesablauf mit Kleinkind findet ihr hier.
Drinnen: gestalten
1. Malen
- Bunt- oder Wachsmalstifte auf Papier
- Stempel auf Karton oder Packpapier — so entsteht nebenbei Geschenkpapier
- Wasserfarben auf Aquarellpapier*, das dick genug ist, um sich nicht zu wellen
- Fingerfarben auf alten Textilien oder Kartons
- Steine oder Muscheln als Malgrund
- Wasser auf Papier: das Bild verschwindet beim Trocknen, und das Malen beginnt von vorn
2. Kneten
nach einfachen Modellen, bspw. eine Raupe oder einen Regenbogen.
ausrollen und Förmchen ausstechen oder Abdrücke machen. (Einige Stapelbecher* haben eine Prägung auf der Unterseite. Diese Motive können leicht in die Knete gedrückt werden, sofern die Becher aus Hartplastik sind. Bei Silikonbechern funktioniert das natürlich nicht so gut.)
frei nach Lust und Laune, um die sensorische Wahrnehmung zu schulen.
3. Basteln
Für den nächsten Geburtstag, bspw. ein Geschenk für die Großeltern, oder Dekoration passend zur Jahreszeit.
4. Ausmalbilder vorzeichnen
Die Erwachsene zeichnet die Umrisse, das Kind malt aus. Eine Katze, ein Haus, ein Regenschirm genügen.
5. Kleben
Es gibt verschiedene Stickerbücher*, bei denen die Sticker sogar wieder ablösbar sind.
Washi-Tape auf Papier oder Stapelbecher kleben.
Haftnotizen an den Kühlschrank kleben und wieder abziehen.
6. Grußkarten oder Geschenkanhänger gestalten
Mit Kinderzeichnungen als Motiv. Anleitungen findet ihr bei Pinterest.
7. Ein eigenes Erinnerungsheft anlegen
Gemeinsam Erlebtes aufschreiben, Bilder dazu malen oder Fotos einkleben. Als Themen eignen sich eine Wanderung, ein Zoobesuch, ein Tag am Meer — was immer euch und eurem Kind Freude bereitet hat. Ein gekauftes Heft eignet sich ebenso wie ein selbstgebundenes.
8. Eigene Spiele erfinden
Spielfeld oder Karten selbst malen, Figuren basteln oder aus dem Spielzeugkorb zusammensuchen. Einmal wollte ich mit meiner Tochter Memory spielen, hatte aber keines dabei. Also habe ich Motive auf kleine Papierkarten gezeichnet.
Drinnen: bewegen
9. Tanzen
Kleinkinder lieben Musik, und mit ihnen zu tanzen gehört zu den unkompliziertesten Freuden eines Regentags.
10. Yoga oder Turnen
ist mit Kleinkindern tatsächlich möglich. Ihr macht die Übungen vor und euer Kind macht sie nach; bspw. Strecken, auf einem Bein stehen, bücken, hocken etc.
Eine andere Variante ist, mit Malerkrepp oder Washi-Tape auf dem Boden einen kleinen Parcours zu kleben, um das Hüpfen oder Laufen auf einer Linie zu üben.
Ein richtiger Hindernisparcours entsteht aus Kissen, Kisten und Wäschekörben — alles, worüber sich klettern oder worauf sich treten lässt.
11. Verstecken spielen
Funktioniert mit den Kleinsten auch in einem einzigen Raum — mit Vierjährigen reicht eine Zweizimmerwohnung.
Das Kuckuckspiel mit einem Tuch vor dem Gesicht ist bei Ein- oder Zweijährigen noch sehr beliebt.
Eine weitere Variante ist es, Kuscheltiere oder Puppen zu verstecken, die dann gesucht werden.
12. Einen Unterschlupf bauen
Aus einem großen Karton kann ein Häuschen entstehen, welches sich auch noch zum Bemalen oder Bekleben eignet.
Die Couch, Sofakissen und Decken sind das ideale Baumaterial für eine gemütliche Höhle. Und die Höhle ist der ideale Ort, um Bilderbücher im Schein einer Taschenlampe anzusehen.
13. Kissenschlacht im Bett
Eher etwas für Drei- und Vierjährige.
Drinnen: Musik, Sprache, Spiel
14. Musizieren
- Alltagsgegenstände: Topfdeckel, Holzlöffel, eine mit Reis gefüllte Dose
- Singen: vorsingen oder gemeinsam singen
- Instrumente für die Kleinsten: Xylophon*, Schlagzeug*, Kastagnetten, Triangel oder ein Set mit Instrumenten*
- Musikbilderbücher: etwa Ich entdecke Beethoven und seine Instrumente* oder Ich entdecke Schwanensee* — besonders schön illustriert und klanglich ausgezeichnet
- Klassik hören: Mozart, Debussy, Grieg, Chopin
15. Ein Hörspiel oder Hörbuch hören
Auf dem Sofa, unter einer Decke, während der Regen gegen die Scheibe trommelt. Eine der wenigen Beschäftigungen, bei denen niemand etwas herstellen, aufräumen oder erklären muss.
16. Vorlesen
Und gemeinsam Bücher anschauen.
17. Geschichten erfinden
gemeinsam mit eurem Kind — fragt einfach, wie es weitergehen soll: Isst der Elefant einen Apfel oder eine Karotte? Besucht der Pfau den Affen oder den Koala?
Eine besondere Variante ist die Abenteuerreise durch die Wohnung: hinter dem Sofa lauert ein Tiger, die Türschwelle ist zum reißenden Bach geworden, der Teppich zum gefährlichen Treibsand. Am Kronleuchter schwingt ein Äffchen, das nichts mehr liebt, als Menschen an den Haaren zu ziehen.
Fällt keine Geschichte ein, hilft ein Geschichtensäckchen: Ein kleiner Beutel wird mit Utensilien gefüllt. Diese können thematisch zusammenpassen, müssen es aber nicht. Dann wird ein Gegenstand nach dem anderen herausgezogen und währenddessen erzählt, wie die Dinge miteinander zusammenhängen. Beispiel für den Inhalt eines Geschichtensäckchens: ein LEGO-Eichhörnchen, eine Eichel, ein Blatt, ein kleiner Zweig, ein Stück Stoff und ein Teebeutel.
18. (Puppen-)Theater spielen
Funktioniert meist eher ab etwa drei Jahren. Einen Versuch ist es wert.
19. Schattentheater
Eine Taschenlampe, eine helle Wand, die eigenen Hände: Hase, Vogel, Hund. Im abgedunkelten Zimmer eines grauen Nachmittags funktioniert das besonders gut.
20. Rollenspiele
Mit Puppen oder Kuscheltieren.
21. Verkleiden
Manche Kinder lieben es. Meine Tochter begann zu meinem Erstaunen schon mit achtzehn Monaten, meine Kleidung anzuprobieren; mit zwei Jahren interessierte sie sich auch für Frisuren.
22. Fotos ansehen
Aus eurer eigenen Kindheit, aus der Zeit vor der Elternschaft, aus der Zeit, als das Kind selbst noch ein Baby war — und dazu die Geschichten erzählen. Geliebte Alben sollten dabei lieber in Erwachsenenhand bleiben. Für ein Kind ist es eine erstaunliche Entdeckung, dass die Eltern schon ein Leben hatten, bevor es da war.
23. Gesellschaftsspiele
Gibt es tatsächlich bereits für Kleinkinder, etwa Erster Obstgarten* (ab zwei Jahren), Kleiner Obstgarten* (ab drei Jahren), die Spielesammlung Auf dem Bauernhof*, Mein erstes Mitmachspiel* oder Mein Kinderlieder-Mitmachspiel*.
24. Puzzeln
Viele Zweijährige puzzeln schon erstaunlich gut. Besonders hübsch sind Puzzlebücher*, zu denen ihr euch Geschichten ausdenken könnt.
25. LEGO DUPLO
Übt eine bemerkenswerte Faszination auf Kinder (und so manch Erwachsene aus). Auf mich ist der Funke noch nicht übergesprungen. Ich spiele trotzdem mit. Bauanleitungen gibt es übrigens zuhauf bei Pinterest.
Drinnen: entdecken und sortieren
26. Kleine Experimente
- Eiswürfeln in warmem Wasser beim Schmelzen zusehen
- Papier zerknüllen und wieder glatt streichen, zerreißen und die Teile wieder aneinanderlegen
- verschüttetes Wasser mit Schwamm oder Küchenkrepp aufnehmen und ausdrücken
- Unzerbrechliches fallen lassen: Wie schnell landen sie auf dem Boden, wie laut ist der Aufschlag?
- Wasser von einem Gefäß in ein anderes gießen
- Düfte erforschen: Gewürze, Kräuter, Blumen, Tee, Obst, Kaffeebohnen, frisch gewaschene Wäsche
- Sensorikbeutel untersuchen (Anleitungen auf Pinterest)
27. Regentropfen am Fenster beobachten
Zwei Tropfen auswählen und zusehen, welcher zuerst unten ankommt. Ein Wettrennen, das kein Material braucht und bei dem das Wetter selbst mitspielt.
28. Mit Wasser spielen
Füllt ein größeres Gefäß mit Wasser und gebt eurem Kind Becher zum Schöpfen, eine Suppenkelle oder ein Sieb. Es gibt auch Spielküchen-Spülen* mit echter Wasserhahnfunktion und Wasserkreislauf. Wir haben die Spüle aus dem Spielzeug-Abonnement von Lovevery, und meine Tochter liebt sie.
29. Schatzsuche in der Schüssel
Eine große Schüssel mit trockenen Nudeln oder Reis füllen und darin Gegenstände verstecken, die das Kind ertastet und hervorholt.
30. Farben zuordnen
Gegenstände im Haus zusammensuchen und das Kind nach Farben sortieren lassen.
31. Kategorisieren
Sockenpaare zusammenlegen, Besteck sortieren: große und kleine Löffel, große und kleine Gabeln.
32. Stapeln
Stapelbecher oder Schüsseln ineinander- und aufeinanderstellen, Türme aus Bauklötzen bauen.
33. Eine Ballrutsche bauen
Aus leeren Rollen von Küchenkrepp und Toilettenpapier, durch die kleine Bälle oder andere geeignete Gegenstände hinunterrollen.
34. Schöpfen
Bälle oder Pompoms unterschiedlicher Größe mit einem Messbecher aus einer Kiste schöpfen.
35. Luftpolsterfolie
Mit Fingern, Händen oder Füßen zum Platzen bringen.
36. Kresse säen
Auf feuchter Watte oder Küchenpapier, am Fensterbrett. Nach wenigen Tagen zeigen sich die ersten Keimlinge, und der Regentag hat etwas hinterlassen, das weiterwächst.
Kleinkinder erkunden Gegenstände mit dem Mund. Pompoms, kleine Bälle, trockene Nudeln, Steine und Muscheln gehören deshalb nur unter Aufsicht in Kinderhände — und nur in einer Größe, die sich nicht verschlucken lässt. Bei Kindern unter drei Jahren ist besondere Vorsicht geboten.
Für Wasserspiele und das Baden gilt: Auch flaches Wasser ist für Kleinkinder gefährlich. Eine erwachsene Person bleibt die ganze Zeit dabei.
Drinnen: Küche und Haushalt
37. Backen
Für zwei, drei Rezepte habe ich immer Zutaten im Haus — für Plätzchen zum Ausstechen oder einen einfachen Rührkuchen. Meine Tochter backt (und isst) besonders gern diese Bananenmuffins; das Rezept eignet sich gut für kleine Hände.
38. Kochen
Ist mit Kleinkind meiner Erfahrung nach schwieriger als Backen. Mit einer bewussten Entscheidung dafür und Rezepten, bei denen das Kind viel mithelfen kann, wird es trotzdem ein schöner Nachmittag.
39. Picknick im Wohnzimmer
Mit dem selbst Gebackenen, etwas Obst und anderen Kleinigkeiten auf einer Decke am Boden.
40. Aufräumen
Mit Kleinkind? Doch, das geht. Nicht mehr genutztes Spielzeug aussortieren, Schränke und Schubladen aus-, um- und einräumen — für das Kind eine Entdeckungsreise durch Dinge, die es sonst nicht zu sehen bekommt.
Drinnen: Ruhe
41. Kuscheln
Im Bett oder auf dem Sofa, einfach so.
42. Baden
In der Badewanne, mit Bechern, Schwämmen und viel Zeit.
Draußen
43. In Pfützen springen und im Regen tanzen
Macht erstaunlich viel Spaß, wenn man adäquat gekleidet ist. Gummistiefel und Regenkleidung sind dabei nicht nur für das Kind unverzichtbar.
44. Dem Regen zuhören
Unter einem Vordach, unter dem Schirm, am offenen Fenster. Regen klingt auf Blech anders als auf Laub, auf dem Schirm anders als auf dem Straßenpflaster.
45. Eine Entdeckungstour im Wald oder Park
Regen verändert die Natur: Pflanzen sehen anders aus, Erde fühlt sich anders an, der Wald riecht anders. Vorab lässt sich eine kleine Liste mit Dingen anlegen, die unterwegs gemeinsam gesucht werden.
46. Schnecken und Regenwürmer suchen
Nach einem Schauer kommen sie hervor. Anschauen, beobachten, wohin sie kriechen — und sie an ihrem Platz lassen.
47. In die Bibliothek oder Buchhandlung gehen
Gemeinsam neue Bücher entdecken oder welche für zu Hause aussuchen.
48. Ein Museum besuchen
Viele Häuser haben Familienangebote, manche eigene Räume für die Kleinsten. Kleinkinder sehen Bilder anders als Erwachsene: Sie bleiben vor dem Hund in der Ecke eines Gemäldes stehen, den sonst niemand bemerkt.
Zuletzt
49. Das Kind fragen, was es gern machen möchte
Die Antwort ist oft einfacher als jede Liste.
50. Langeweile zulassen
Am Ende steht die Idee, die keine Vorbereitung braucht und am schwersten auszuhalten ist.
Ein Kind, das sich langweilt, ist nicht unterversorgt.
Aus einer leeren Stunde entsteht nicht selten ein Spiel, das keine Sammlung vorgesehen hat — auch nicht diese.
W E I T E R E B E I T R Ä G E
Alltag mit Kleinkind


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