Roadtrip, Baby! 7 Gründe für eine Elternzeitreise im Wohnmobil

Eine Elternzeitreise im Wohnmobil klang vor einigen Jahren vielleicht noch etwas nach Hippiezeit, ist inzwischen aber längst auch in der breiteren Gesellschaft Usus. Selbst Paare, die sonst dem Camping weniger gewogen sind, entdecken als junge Eltern die Vorteile des Wohnmobils für sich. Gerade in Nordamerika ist es ein Leichtes, ein Wohnmobil zu fahren – auch dann, wenn ihr keinerlei Erfahrung mitbringt. Gründe, die für einen Elternzeit-Roadtrip im Wohnmobil sprechen, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

 

1. EINE FESTE UMGEBUNG FÜR DAS BABY / KLEINKIND


Für Babys und Kleinkinder sind eine feste Umgebung und Routinen äußerst wichtig. Sich dagegen ständig an etwas Neues gewöhnen zu müssen, bedeutet für die Kleinen puren Stress. Eine feste Umgebung erlaubt es auch eher, Routinen von zu Hause unterwegs mitzunehmen und damit eine Struktur zu etablieren. Dies ist auch dem Schlaf von Babys und Kleinkindern zuträglich. Nutzt ihr für die Elternzeitreise ein Wohnmobil, schafft ihr damit am leichtesten eine feste Umgebung für euer Kind. Für unsere Tochter blieben das Zuhause auf Zeit und der Schlafplatz während der Reise gleich – nur der Blick aus dem Fenster änderte sich stets. Und so gab es doch jeden Tag etwas Neues zu entdecken.


2. KEIN STÄNDIGES KOFFERPACKEN


Wer schon einmal mit Baby oder Kleinkind verreist ist, hat vermutlich die Erfahrung gemacht, dass das Gepäckvolumen geradezu erschreckende Ausmaße annimmt. Je nachdem, wie lange ihr unterwegs seid und wie häufig ihr dabei die Unterkunft wechselt, kann das Ein- und Auspacken ausgesprochen stressig sein. Unterwegs kauft man ja immer mal etwas hinzu – und alles muss irgendwie mit: Spielzeug, Kuscheltiere, Bücher, riesige Windelpakete, Krabbeldecke. Und wohin mit der schmutzigen Wäsche, die ihr vorher nicht mehr waschen konntet? All das wollten wir uns ersparen.


3. VIEL, WIRKLICH SEHR VIEL STAURAUM


In Nordamerika werden Wohnmobile auch als motorhome bezeichnet. Und das trifft es auf den Punkt. Der Stauraum, den selbst die kleineren Modelle mitbringen, ist bemerkenswert. Koffer auspacken, einrichten, fertig. Nun müsst ihr die gesamte Reise nicht mehr darüber nachdenken, wo was ist und was wohin soll. Alles hat seinen Platz. Wir haben uns zudem mit Lebensmitteln und Windel-Großpackungen bevorratet, ohne an die Grenzen des Stauraums gestoßen zu sein. Selbst einen Kinderwagen oder Buggy (den wir nicht dabei hatten, da ich unsere Kleine immer trage), hätten wir noch bequem unterbringen können. Daran schließen sich die beiden nächsten Punkte an:


4. ALLES IMMER GRIFFBEREIT


Ihr habt immer alles dabei, egal, wohin die Reise geht.

Einmal fuhren wir an der Pazifikküste entlang und kamen an einem wunderschönen, langen Sandstrand vorbei. Wir hielten an, schnappten Badekleidung und Handtücher. Zum ersten Mal wurden die kleinen Füßchen unseres Mädchens von Meerwasser umspült. Mein Mann ist eine Runde geschwommen und anschließend habe ich mit Blick auf den Ozean unser Mittagessen zubereitet.

Ein anderes Mal waren wir auf einem Spielplatz, achteten nicht auf das Wetter und plötzlich setzte ein heftiger Regen ein. Wir flitzten die 50 Meter zurück zum Wohnmobil, wo trockene Wechselkleidung und ein ruhiger Platz zum Stillen auf uns warteten.


5. EURE WOHNUNG FÄHRT MIT


Ihr habt Küche, Schlafzimmer und Bad immer dabei. Als Selbstversorger fährt eure gesamte Infrastruktur für das alltägliche Leben mit. Unterwegs könnt ihr jederzeit Rast machen, den Babybrei zubereiten, für euch eine Mahlzeit herrichten und mit eurem Baby ein Mittagsschläfchen im bequemen Bett halten. Außerdem habt ihr stets eure Privatsphäre zum Wickeln und Stillen.

Mit Wohnmobil seid ihr auch auf das Unvorhersehbare vorbereitet – etwa, wenn es gerade mal nicht weitergeht, weil ihr an eine Straßensperrung gelangt seid und stundenlang im Stau feststeckt. So erging es uns auf Vancouver Island: Die einzige Straße, die im Süden der Insel von der West- an die Ostküste führt, war wegen Bauarbeiten zunächst nur einspurig befahrbar. Dann stürzte ein Baukran um und es kam zur 24-Stunden-Vollsperrung. Ärgerlich für uns, aber keineswegs problematisch. Wir hatten frische Lebensmittel, kochten warme Mahlzeiten auf dem Gasherd, schliefen im Bett und hatten fließendes Wasser, eine Toilette und eine Dusche. Mit den Leuten, die in dieser Situation im Auto ausharren mussten, hätten wir wirklich nicht tauschen wollen.

Da die Wanderparkplätze in Westkanada in der Hauptsaison meist schon in den frühen Morgenstunden komplett belegt sind, haben wir häufig die Möglichkeiten genutzt, die uns das Wohnmobil bot: Wir haben den Wecker zeitig gestellt und sind sofort losgefahren. Nicht selten waren wir neben einigen anderen Wohnmobilen die ersten auf dem begehrten Parkplatz, haben gefrühstückt und uns für den Tag fertig gemacht. Als dann die ersten Pick-up-Trucks ankamen, sind wir bereits zu unserer Wanderung aufgebrochen.


6. MAXIMALE FLEXIBILITÄT


Eine Reise mit Baby oder Kleinkind will gut geplant und vorbereitet sein. Bei einem Roadtrip mit Auto würdet ihr die Unterkünfte für die Reise vermutlich vorbuchen, um jede Nacht einen sicheren Schlafplatz zu haben. Allerdings müsst ihr davon ausgehen, dass ihr bestimmte Pläne, wie etwa strikte Zeitziele, mit euren Kleinen nicht immer einhalten könnt. Die Flexibilität eines Wohnmobils nimmt hier den Druck raus, eine bestimmte Kilometeranzahl an einem Tag zu schaffen. Das gilt vor allem dann, wenn eure Kleinen nicht gern Autofahren oder krank sind usw.

Wir hatten geplant, an einem Tag knapp 300 km von Banff nach Jasper zu fahren. Letztlich benötigten wir drei Tage für die Strecke, weil unser kleines Mädchen partout keine Lust hatte, im Kindersitz zu bleiben. Da Küche, Bad und Schlafzimmer im Wohnmobil mitfahren, war diese unerwartete Planänderung leicht zu meistern.

Außerdem könnt ihr mit Wohnmobil spontan auf widrige Umstände reagieren. Als wir im Sommer 2023 in Kanada waren, gab es dort viele Waldbrände, die eine Änderung unserer Route hätten erzwingen können. Aber auch weniger dramatische Ereignisse, wie Schlechtwettergebiete, könnt ihr mit Wohnmobil problemlos umfahren.

Ihr habt stets die Möglichkeit, an schönen Plätzen anzuhalten, eine andere Route als die geplante zu fahren, einen Umweg zu machen oder einfach länger an einem Ort zu bleiben, der euch verzaubert hat.


7. DRAUSSEN SEIN & INSIDERTIPPS BEKOMMEN


Campingplätze sind Abenteuerspielplätze für Krabbelbabys und Kleinkinder. Krabbeln und Laufen lernen, Steine und Stöckchen sammeln – und natürlich beobachten: Eichhörnchen auf Baumstümpfen, die Bewegung der Zweige im Wind und besonders andere Kinder. Für größere Kinder gibt es meist auch Spielplätze mit Schaukeln und Rutschen. Und für Eltern? Durchatmen, ein bisschen Stille. Dem Rauschen der Blätter lauschen. Frische Luft atmen.

Übrigens höre ich immer wieder, wie toll es sei, abends als Paar am Lagerfeuer zu sitzen, während das Baby im Wohnmobil schläft. Dafür solltet ihr auf Region und Jahreszeit achten. Bei unserem Sommer-Roadtrip durch Südwest-Kanada herrschte aufgrund der Waldbrandgefahr in ganz British Columbia striktes Lagerfeuer-Verbot. In Alberta, wo wir ein Lagerfeuer hätten entzünden dürfen, regnete es meistens. Fazit: Sechs Wochen auf Campingplätzen und ein einziges Lagerfeuer.

Dafür kamen wir viel mit anderen Reisenden ins Gespräch, um Tipps auszutauschen. Gerade in Nordamerika, aber auch in Neuseeland, sind die Menschen sehr aufgeschlossen, warmherzig und freundlich. An jedem Campingplatz unterhielten wir uns mit unseren Stellplatz-Nachbarn und erfuhren Interessantes fürs Leben sowie Wissenswertes und Praktisches für unsere Zeit in Kanada.

 

So, seid ihr bereit für eure Elternzeitreise im Wohnmobil?

 

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Elternzeit Roadtrip: 7 wichtige Tipps für die Reiseplanung

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In der Elternzeit reisen mit Baby oder Kleinkind – muss das sein? Elternzeitreise Kritik.