5 Tipps gegen Jetlag bei Babys und Kindern

jetlag baby

Jetlag ist für alle anstrengend. Jetlag bei Kindern und Babys ist besonders hart – für die Kleinen und die Eltern. Je größer die Zeitverschiebung, desto schwieriger wird es für eure Kleinen, sich an die neue Zeitzone anzupassen. Insbesondere der Jetlag von Westen nach Osten, etwa bei einem Rückflug aus den USA nach Deutschland, hat es in sich.

Doch was könnt ihr tun, um den Jetlag bei euren Kindern zu verringern? Die folgenden Tipps werden euch helfen, das Beste aus der Situation zu machen und euren Kleinen zu helfen, die Anpassung des Biorhythmus gut zu meistern.

 

1. Tagesablauf anpassen, um Jetlag bei Kindern zu verringern


Jetlag und die Dauer des Jetlags lassen sich nicht verhindern. Aber ihr könnt es euch leichter machen! Wie? Indem ihr euren Tagesablauf möglichst früh an die neue Zeitzone anpasst. Ihr solltet damit schon im Flugzeug beginnen und dort entsprechend der Zeit am Reiseziel essen und schlafen. Stellt auch eure Uhren so schnell wie möglich um!

Manche Eltern versuchen schon vor der Abreise, den Tagesablauf etwas an den der neuen Zeitzone anzupassen, indem sie ihre Kinder vor einer Reise mehrere Tage lang 15 Minuten früher oder später ins Bett bringen. Fraglich ist, ob das tatsächlich funktioniert und eure Kinder früher einschlafen, nur, weil ihr es wollt. Bei unserer Tochter führt das Verschieben der Schlafenszeit nur dazu, dass sie unausgeglichen ist und insgesamt weniger Schlaf bekommt. Deshalb erscheint es mir sinnvoller, dafür zu sorgen, dass die Kleinen mehrere Tage vor Abreise gut ausgeschlafen sind, um für die Anstrengungen der Reise und die Anpassung an die neue Zeitzone gut gewappnet zu sein.

Solltet ihr nur für wenige Tage verreisen, lohnt es sich bei kurzen Trips, in der gleichen Zeitzone zu bleiben und während der Reise überhaupt nicht umschalten. Die Anpassung des Schlaf-Wach-Rhythmus wäre nicht abgeschlossen, bevor ihr schon wieder zurückfliegt.

 

2. Schlaf & Routine


Die richtige Schlafenszeit ist ein Schlüsselpunkt bei Jetlag und beginnt bereits beim Langstreckenflug. Guter Schlaf im Flugzeug? Allerdings! Für Babys und Kleinkinder sind Routinen ausgesprochen wichtig. Haltet deshalb eure Routine, die ihr auch zu Hause zur Schlafenszeit habt, so gut wie möglich ein. Je nachdem, wie ihr es gestaltet, können dazu gehören: Schlafanzug anziehen, Schlafsack für das Baby nutzen, Zähne putzen, Kuscheltier für das Kind bereithalten, eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, vorsingen, eine App oder ein Gerät, das weißes Rauschen erzeugt, nutzen usw.

Indem ihr Vertrautes in die Fremde mitnehmt – sei es in das Flugzeug oder an das Reiseziel – helft ihr euren Kleinen, schneller und besser einzuschlafen.

Für euch und eure größeren Kinder gibt es zudem aufblasbare Fußstützen für Flugreisen, die den Komfort erhöhen und die Schlafqualität verbessern können.

Guter Schlaf ist wichtig, wenn man mit Babys und Kindern reist und Vorbereitung macht hier einen signifikanten Unterschied.

 

3. Springt direkt in die neue Zeitzone


Wenn ihr tagsüber ankommt, ist es ratsam, gleich etwas zu unternehmen, statt der Tendenz zu folgen, es am ersten Tag ruhig angehen zu lassen. Der beste Tipp, um den Jetlag bei Kleinkindern und Babys zu überwinden, ist, sich sofort auf die neue Zeitzone einzustellen.

Ist eure Ankunftszeit am Vormittag, könnt ihr natürlich einen Mittagsschlaf einlegen – dieser sollte aber maximal zwei Stunden betragen. Danach solltet ihr wieder aktiv sein – tut, was ihr auch sonst tun würdet; geht auf einen Spielplatz oder besucht einen Tierpark. Ein geregelter Tagesablauf ist entscheidend, um Jetlag bei Babys und Kindern zu verringern bzw. um die Anpassung zu erleichtern.

Besonders wichtig ist tatsächlich der zweite Tag. Sind nach dem ersten Tag in der Regel alle erschöpft, sieht es nach dem zweiten Tag meist schon anders aus. Versucht deshalb, auf zusätzlichen Schlaf am Tag zu verzichten (außer natürlich auf den Schlaf, den eure Kleinen auch zu Hause halten würden) und haltet nach Möglichkeit bis zur nächsten Nacht durch, um wieder zu schlafen.

Zu dieser Anpassung gehören auch die Essenszeiten. Nehmt sofort ab eurer Ankunft die Hauptmahlzeiten entsprechend der neuen Zeitzone ein. Eure Kleinen werden eventuell nicht nur wegen fehlender Müdigkeit zu ungewöhnlichen Zeiten aufwachen, sondern weil sie Hunger haben. Hier darf auch mal ein nächtlicher Snack als ein schnelles Mittel gegen Jetlag bei Kindern eingesetzt werden.

 

4. Bewegung und Tageslicht gegen Jetlag bei Kindern


Sonnen- bzw. Tageslicht ist ein wesentlicher Kompass für den Schlaf-Wach-Rhythmus und eure stärkste Stellschraube, um euren Kleinen zu helfen, ihren Biorhythmus neu zu justieren. Versucht deshalb, euch gerade in den ersten Tagen viel draußen zu bewegen und nach Möglichkeit auch direktes Sonnenlicht abzubekommen – natürlich mit adäquaten Sonnenschutz. Bewegung an der frischen Luft ist ideal, um einem müden Körper zu helfen, sich energiegeladen zu fühlen und eure Kinder werden anschließend besser in den Schlaf finden.

Allerdings kann Tageslicht zum falschen Zeitpunkt den Jetlag verschlimmern. Gerade bei einer Reise nach Osten besteht die Gefahr, dass die innere Uhr noch weiter in die falsche Richtung verschoben wird. Es gibt Webseiten, mit deren Hilfe ihr berechnen könnt, zu welchen Zeitpunkten ihr am Reiseziel idealerweise in die Sonne gehen solltet, um den Biorhythmus umzustellen.

 

5. Entspannt euch!


Aber was ist, wenn euer Kleines während des Fluges nicht schläft?

Denkt daran, dass das Flugzeug irgendwann landen und euer Kind irgendwann schlafen wird. Haltet durch!


Und wenn das Baby ein paar Tage länger braucht, um sich einzugewöhnen?

Die Anpassung wird kommen. Vielleicht nicht ganz so, wie zu Hause, aber zumindest so, dass ihr mit ein wenig Flexibilität einen guten Reisealltag etablieren könnt.


Wie lange dauert der Jetlag überhaupt?

Die Dauer des Jetlags hängt nicht nur von den überflogenen Zeitzonen ab, sondern ist bei jedem Menschen individuell. Eine Zeitzone in Richtung Osten erfordert etwa einen halben Tag Anpassungszeit; eine Zeitzone Richtung Westen dagegen nur halb so lang (also einen viertel Tag). Ursache hierfür ist, dass es den meisten leichter fällt, den Biorhythmus nach hinten zu verschieben – also später ins Bett zu gehen und dafür auch später aufzustehen. Demzufolge ist der Jetlag beispielsweise bei einem Flug von Deutschland in die USA weniger heftig, als beim Rückflug aus den USA.

 

Irgendwann werden eure Kinder schlafen. Und ihr auch. Plant eine längere Anpassungszeit ein, setzt die Messlatte niedrig an und geht davon aus, dass alle in den ersten Nächten schlecht schlafen. Vielleicht werdet ihr angenehm überrascht! Und es ist immer noch eure Entscheidung, ob ihr tagsüber positiv gestimmt oder mürrisch sein wollt.

 

Es gibt kein Mittel gegen Jetlag


Wenn wir uns als Eltern dafür entscheiden, mit unseren Kindern zu reisen, besteht der beste Umgang mit Jetlag und allen anderen Herausforderungen darin, unsere Kleinen adäquat mit Liebe und Verständnis durch die Situation zu begleiten.

 
  • Jetlag lässt sich nicht medizinisch behandeln und Medikamente sind nicht erforderlich. Deshalb ist von der Einnahme bestimmter Präparate dringend abzuraten. So sollte auf Schlafmittel (egal, ob pflanzlich oder verschreibungspflichtig) ebenso verzichtet werden, wie auf Melatonin-Produkte, die in Nordamerika – aber inzwischen auch bei uns – frei erhältlich sind und deren Wirkung nicht ausreichend belegt ist. Grundsätzlich sollten vor allem Kinder keinesfalls unnötige Medikamente einnehmen müssen, nur, damit die Erwachsenen es leichter haben. Abgesehen davon sind für Medikamente natürlich die jeweiligen Einfuhrbestimmungen zu berücksichtigen.

  • Manche Eltern setzen auf eiweißreiche Nahrung gegen Jetlag bei Kindern. Auch hier ist die Wirksamkeit nicht belegt. Wenn ihr auf eine ausgewogene Ernährung bei geregelten und regelmäßigen Mahlzeiten achtet, habt ihr damit schon viel gewonnen.

  • Eine weitere Methode, von der unbedingt abzuraten ist, ist die Flüssigkeitsaufnahme der Kleinen zu regulieren. Auf manchen Elternblogs wird vorgeschlagen, den Kindern früh am Tag so viel Flüssigkeit wie möglich zuzuführen und die Flüssigkeitszufuhr zu begrenzen, wenn sie ins Bett gehen. Damit soll verhindert werden, dass die Kleinen nachts zu häufig aufwachen, um zur Toilette zu gehen. Je nach den klimatischen Bedingungen kann dies fatal sein. Und wer ist grausam genug, seinem durstigen Kind die gewünschten Getränke zu verweigern?

 

Ihr seid dran! Was sind eure besten Tipps, um den Jetlag bei Babys und Kleinkindern zu überwinden?

 
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