5 Dinge, die vor der Geburt erledigt sein sollten

Die meisten To-do-Listen für die Zeit vor der Geburt erschöpfen sich in Verwaltung. Wenn das Mutterschaftsgeld beantragt, die Formulare für Eltern- und Kindergeld vorbereitet, der Geburtsort gewählt, die Kliniktasche gepackt und die Kinderärztin gefunden ist — was kommt dann? Eine kleinere Zahl von Erledigungen, die in den Wochen nach der Entbindung kaum noch Raum finden. Nichts davon ist Pflicht, aber alles ein sinnvoller Zeitvertreib während des Mutterschutzes.

1. Einen Baby-Erste-Hilfe-Kurs machen

Der Gedanke, dass dem eigenen Baby etwas zustoßen könnte, ist schlichtweg unerträglich. Auch wenn diese Vorstellung kaum auszuhalten ist und deshalb gerne weg geschoben wird, ist es wichtig, sich damit auseinander zu setzen.

Prävention deckt einen Teil ab (bspw. am Wickelplatz immer eine Hand am Kind zu haben, eine babysichere Wohnung, etc.). Doch trotz aller Vorsicht wird sich nicht jeder Unfall vermeiden lassen und nicht gegen jede Kinderkrankheit gibt es eine Impfung.

Was im Ernst- bzw. Notfall zählt, ist eine adäquate Reaktion. Diese Fähigkeit entsteht nicht im Moment, sondern davor. Ein Baby-Erste-Hilfe-Kurs vermittelt die lebensrettenden Sofortmaßnahmen — Reanimation, stabile Seitenlage —, die bei Säuglingen anders funktionieren als bei größeren Kindern oder Erwachsenen. Zudem erfährt man alles Wissenswerte über typische Krankheitsbilder im Säuglingsalter, wie Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Drei-Tage-Fieber, wie man sich bei einem Pseudokrupp-Anfall verhalten sollte und was in eine gut sortierte Hausapotheke gehört.

Der Effekt ist nicht nur praktischer, sondern auch psychologischer Natur. Zu wissen, dass man im medizinischen Notfall handlungsfähig ist, verändert das Verhältnis zur eigenen Unsicherheit. Mehr zur Unfallprävention findet sich hier.

Ergänzend zum Kurs habe ich mir das Buch Erste Hilfe für dein Kind* angeschafft, das weitere Bereiche abdeckt — Sicherheit im Straßenverkehr, Radfahren mit Kind und mehr. Es ersetzt aus meiner Sicht allerdings nicht einen Kurs mit dem Üben an der Puppe und der Anleitung vor Ort. Antworten auf die individuelle Fragen lassen sich durch Lektüre oft nicht herstellen.


2. Eine Trageberatung machen

In meinem Geburtsvorbereitungskurs formulierte die Hebamme einen Satz, der hängen blieb: Ein Baby gehöre nicht in einen Kinderwagen, sondern an den Körper der Eltern. Die Vorteile des Tragens sind gut dokumentiert — für die kindliche Entwicklung, die Bindung, die mütterliche Psyche, das Stillen. Aus eigener Erfahrung erlaube ich mir zu sagen: Tragen macht glücklich. Praktisch kommt hinzu, was den Alltag entscheidend erleichtert: zwei freie Hände.

Womit sich die Zeit vor der Geburt sinnvoll füllen lässt, ist die Frage nach dem Wie: Tragetuch oder Tragesystem? Für die positiven Effekte des Tragens ist das unerheblich; es geht hierbei lediglich um persönliche Präferenz.

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Anbietern und Optionen. Spezielle Neugeborenentragen aus angenehm weichem Stoff werden ebenso angeboten, wie Babytragen aus Mesh-Material für die heiße Jahreszeit oder Tragesysteme, die eine Zwischenlösung darstellen für jene, die sich nicht recht zwischen Tuch und Trage entscheiden können. Es gibt auch Systeme, die insbesondere für den Nackte-Haut-zu-Haut-Kontakt entwickelt wurden.

Eine Trageberatung ordnet diese Vielfalt — und sie vermittelt das Tragen in der sogenannten Anhock-Spreiz-Haltung, in der ein Baby physiologisch korrekt getragen wird. Wo möglich, lohnt sich das Ausprobieren im Trageladen — falls der Babybauch es zulässt.



 

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3. Eine Stillberatung organisieren

“Stillen ist ein Geschenk.”, heißt es und gilt als das Natürlichste der Welt — gerade deshalb ist es mit einer Erwartung belegt, die in der Praxis selten eingelöst wird. Denn Stillen ist nicht intuitiv. Es ist höchst individuell, erlernbar und für viele zu Beginn mit erheblicher Mühe verbunden.

Diese Diskrepanz zwischen Erzählung und Erfahrung ist einer der häufigsten Gründe für frühe Verunsicherung.

Wie viel im Vorfeld gelesen oder gesehen wurde, ändert daran wenig. Sinnvoll ist, eine Beratung zu organisieren, bevor der Bedarf eintritt. Die Klinik oder das Geburtshaus bieten eine Stillberatung mitunter direkt nach der Entbindung an, doch die Termine sind aufgrund der hohen Nachfrage oft ausgebucht.

Verlässlicher ist es, vor der Geburt eine zertifizierte Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC (diese Qualifikation ist entscheidend, denn die Berufsbezeichnung der Stillberaterin ist in Deutschland nicht geschützt) anzufragen, die nach der Geburt ins Haus kommt — am besten gleich mehrere Termine vereinbaren.

Und nein, nicht jede Nachsorgehebamme kann eine Stillberatung durchführen. Bei einem leicht holprigen Stillstart kann eine Hebamme wahrscheinlich tatsächlich gut helfen. Bei größeren Schwierigkeiten wird sie aber vermutlich an die Grenzen ihres Fachgebiets stoßen.

Über meine eigenen Erfahrungen mit dem Stillen berichte ich hier.

4. Das Wochenbett vorbereiten

In den sechs bis acht Wochen nach der Entbindung steht die körperliche Erholung von einer enormen physischen Leistung an — überlagert von einem emotionalen Ausnahmezustand, der sich schwer vorwegnehmen lässt. Deshalb empfiehlt es sich, die äußeren Bedingungen, unter denen diese Phase stattfindet, so weit wie nur möglich vorzubereiten.

  • Essen vorkochen und einfrieren, den Gefrier- und Vorratsschrank füllen, insbesondere mit haltbaren Lebensmitteln, wie tiefgefrorenes Gemüse, Reis, Nudeln und Haferflocken für Porridge. Stillende benötigen täglich mindestens zwei, eher drei warme Mahlzeiten und ein warmes Frühstück ist der optimale Start in den Tag. Es gibt auch Anbieter, wie Mother’s Finest, die Mahlzeiten für das Wochenbett liefern, welche nur noch erwärmt werden müssen. Als Snack für Zwischendurch lohnt es sich, Nusskernmischungen und Trockenfrüchte en masse vorrätig zu haben.

  • Ausreichend Wochenbetteinlagen für den Wochenfluss besorgen.

  • Aufgaben an Familie und Freund*innen verteilen, um im Alltag zu unterstützen. Wer das Baby sehen möchte, kann eine Aufgabe übernehmen — eine warme Mahlzeit mitbringen, Windeln kaufen, die Spülmaschine einschalten, Wäsche zusammenlegen oder das Bad putzen. Das ist keine Unhöflichkeit, sondern eine Umverteilung von Sorgearbeit in einer Phase, in der sie ohnehin in eine Richtung läuft.

  • Mit dem Partner oder der Partnerin absprechen, wie viel Besuch in welchem Umfang erträglich ist. Das fällt in den eigenen Wirkungskreis. Eine Empfehlung meiner Hebamme lautete, maximal ein Besuch pro Tag für 30 Minuten. Mir war das schon zu viel.

Was es darüber hinaus über das Wochenbett zu wissen gibt, findet sich hier.


 

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5. Platz schaffen

Ein Baby brauchtkein eigenes Zimmer. Was es tatsächlich benötigt, ist lediglich ein Platz zum Schlafen undein Platz zum Wickeln. In der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres kommt noch ein Platz zum Spielen dazu.

Das klingt erstmal nach wenig — allerdings sammelt sich im Lauf der Zeit so einiges an und schon während des ersten Jahres okkupieren die Babysachen erstaunlich viel Platz in den Schränken. Der Anfangsbestand an Wäsche benötigt kaum Stauraum. Schließlich ist es mengenmäßig (noch!) absolut überschaubar und die Kleidung ist winzig. Das ändert sich rasch.

Säuglinge benötigen im Schnitt alle drei Monate neue Kleidung – am Anfang wachsen sie sogar noch schneller aus ihren Sachen heraus. Innerhalb des ersten halben Jahres entsteht ein Bestand, der die anfängliche Schätzung deutlich übersteigt — zunächst nur Kleidung, bald auch Spielsachen und Bücher.

Hinzu kommt, wasgeschenkt wird. Eine liebe Freundin überließ mir vor der Geburt kistenweise Kleidung in den Größen des gesamten ersten Jahres samt Spielzeug ihrer Kinder. Natürlich habe ich mich darüber sehr gefreut und bin ihr bis heute dankbar – sehr schnell wusste ich aber nicht mehr, wo ich alles unterbringen sollte.

Die Wochen vor der Geburt eignen sich, in Schränken und Schubladen den Platz zu schaffen, der bald gebraucht wird. Eine Liste für die Babyerstausstattung gibt es hier.

Zu guter Letzt

Diese fünf Punkte teilen eine Eigenschaft: Sie lassen sich abhaken. Das, was die Wochen vor der Geburt darüber hinaus ausmacht, lässt sich nicht abhaken — und gehört trotzdem hierher. Die Zeit vor der ersten gemeinsamen, durchwachten Nacht ist nicht die letzte freie Zeit, die es zu nutzen gilt, bevor etwas vermeintlich verloren geht. Sie ist eine eigene Phase mit eigenem Recht, in der manches möglich ist, das später mehr Koordination braucht: ein Buch, das ungeteilte Aufmerksamkeit verlangt, ein Nachmittag ohne Plan, Schlaf ohne Wecker. Nicht, weil es danach nicht mehr ginge, sondern weil es jetzt einfacher ist.

Was danach beginnt, ist eine neue Zeit — mit anderen Möglichkeiten, anderem Takt, anderem Gewicht.

Und wer für die verbleibenden Wochen mehr Konkretes sucht, findet hier 33 Ideen für die Zeit vor der Entbindung.

 

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