Island mit Kindern Tipps

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Island ist ein sehr kinderfreundliches Land und auch deshalb das ideale Familienreiseziel. Allerdings solltet ihr gemeinsam mit euren Kindern gern Zeit in der Natur verbringen, wenn ihr eine Reise auf die größte Vulkaninsel der Erde genießen wollt. Denn genau dort liegen die Anziehungspunkte des spektakulären Landes: bizarre und geheimnisvolle Landschaften, heiße Quellen, Vulkane, Gletscher, Berge, Flüsse, Seen, Strände; ein wahres Paradies für alle, die die Natur lieben! Außerdem erwarten euch natürlich auch Tierbeobachtungen und -begegnungen. Hier erfahrt ihr zehn Tipps für eure Reise nach Island mit Kindern.

 

1. ISLAND BESTE REISEZEIT: SOMMER ODER WINTER?


Im Sommer ist es in Island – offensichtlich – wärmer. Allerdings steigen die Temperaturen dennoch kaum über 20° Celsius. Warm ist also eher relativ.

Ein Vorteil der Sommermonate ist, dass alle Straßen befahrbar sind. Im Winter dagegen sind einige Straßen grundsätzlich gesperrt, da sie verreist sind und ein Befahren zu gefährlich wäre. Das gilt insbesondere für die sogenannten F-Roads und die Highlands.

Seid ihr mit Kindern unterwegs, sind im Winter der Südwesten um die Hauptstadt Reykjavík und die Südküste eine gute und gleichermaßen sichere Wahl. Diese Regionen sind touristischer und dichter besiedelt als der Norden oder die West- und Ostfjorde und weisen demzufolge eine bessere Infrastruktur auf.

Im Sommer ist es aufgrund der nördlichen Lage Islands sehr lange hell, was es euch ermöglicht, viel zu unternehmen. Je nachdem, wann ihr das Land bereist, könnt ihr 24 Stunden täglich die Sonne genießen. In den Wintermonaten mit deutlich weniger Tageslicht solltet ihr eure Zeit gut planen, damit ihr auch etwas sehen könnt, wenn ihr unterwegs seid.

Apropos sehen: Wollt ihr die Polarlichter einmal mit eigenen Augen über den Nachthimmel tanzen sehen, ist der Sommer natürlich ungeeignet. Die Aurora borealis erfordern Dunkelheit und haben deshalb von Ende August bis Ende April Saison.

Die Nachteile der Sommermonate sind, dass dies die Hauptreisezeit ist, sehr viele Tourist*innen das Land besuchen, die Sehenswürdigkeiten überfüllt und die Preise extrem hoch sind. Außerdem ist es schwer, eine Unterkunft zu finden, wenn ihr nicht frühzeitig bucht.

Im Winter erwarten euch Schnee, tiefblaues Wasser und ein zartrosa bis blassblauer Himmel mit einem Sonnenlicht, so schön, dass es einem den Atem raubt. Unterkünfte finden sich leichter und auch die Preise sind nicht ganz so hoch. Allerdings ist es natürlich kalt, die Tage sind äußerst kurz und ihr müsst auch auf der vielbefahrenen Route 1 mit temporären Straßensperrungen rechnen.

Wollt ihr unbedingt die Ring Road machen oder die Highlands sehen, solltet ihr eure Reise in den Sommermonaten planen.

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2. ISLAND IST TEUER: WIE IHR SPAREN KÖNNT


Zwar ist Island im Winter günstiger als im Sommer, allerdings ist es trotzdem ein außergewöhnlich teures Reiseland. Reykjavík gehört zu den teuersten Städten der Welt.

Besonders hochpreisig für Tourist*innen sind Restaurantbesuche. Deshalb lohnt es sich, Lebensmittel in den Supermärkten zu kaufen und sich selbst zu versorgen. Am günstigsten ist es bei Bónus. Mehr Vielfalt und Qualität bietet Krónan, was sich natürlich in den Preisen widerspiegelt. Die hohen Kosten für viele Produkte kommen auch deshalb zustande, da Island eine Insel ist und viel importiert wird. Zwar ist Landwirtschaft hier ein bedeutender Wirtschaftszweig, doch auch die in landeseigenen geothermalen Gewächshäusern angebauten Tomaten, Gurken und Obstsorten sind teuer.

Auch Benzin ist hochpreisig, was besonders dann relevant ist, wenn ihr das Land autark mit Mietwagen oder Wohnmobil bereist. Wirklich günstig dagegen ist Strom, weshalb es sich lohnt, über ein entsprechend zu betankendes Fahrzeug nachzudenken.

Wollt ihr etwa einige qualitativ ausgezeichnete Wollprodukte isländischer Marken erwerben, könnt ihr sparen, indem ihr am Flughafen beim Tax Refund die Steuer zurückfordert. Wichtig: Ihr erhaltet die Mehrwertsteuer (24%) nur für Produkte zurück, wenn die Rechnung mehr als 12.000 Kronen aufweist. Außerdem müsst ihr euch bei Kauf im Geschäft einen entsprechenden Beleg mitgeben lassen, den ihr ausfüllen müsst, bevor ihr diesen am Tax Refund Schalter am Flughafen einreichen könnt.


3. ISLAND UNTERKÜNFTE


Egal ob Hostel, Hotel oder Airbnb – ihr solltet unbedingt vorbuchen. Spontanität bezüglich der Reiseroute kann in unnötigen Stress ausarten; es sei denn, ihr seid in den Sommermonaten mit Wohnmobil unterwegs. Allerdings könnt ihr auch in Island nicht überall campen, wenn ihr keinen Stellplatz auf einem Campingplatz reserviert habt. Erkundigt euch vorher, wo ihr übernachten dürft!

Viele Bauernhöfe haben sich auf Übernachtungsgäste eingestellt. Gerade für eine Islandreise mit Kindern sind diese Unterkünfte wunderbar geeignet: Schafe streicheln, Ziegen füttern, am Morgen frisch gelegte Eier von den Hühnern sammeln und natürlich auf Islandpferden reiten – was gibt es Besseres?


4. ISLAND INDIVIDUELL ERKUNDEN ODER MIT REISEVERANSTALTER


Wie wollt ihr Island erkunden? Autark mit Mietwagen oder Wohnmobil? Oder doch lieber über eine Reiseagentur mit festem Reisepaket, in dem schon alle Touren, Ausflüge und Aktivitäten enthalten sind?

Island individuell mit einem Mietwagen zu bereisen gibt euch viel mehr Freiheiten: Zum einen könnt ihr anhalten, so oft und so lange ihr wollt, um Fotos zu machen. Zum anderen seid ihr unabhängig von einer Gruppe oder einem festen Zeitplan. Dies ist gerade dann wichtig, wenn ihr mit kleinen Kindern unterwegs seid, da vieles länger dauert und straffe Zeitpläne selten eingehalten werden können. Außerdem könnt ihr vorher nicht wissen, wie eure Kleinen auf die Reise reagieren, wie sie das Fahren vertragen (das kann anders sein als zu Hause, wie wir selbst erfahren haben) oder ob ihr ungeplante Pausentage einlegen müsst.

Zwar sind Mietwagen in Island vor allem aufgrund der Benzinkosten preisintensiv; aber immer noch günstiger als eine Bustour. Hinzu kommt ein Sicherheitsaspekt: Zum Mietwagen könnt ihr eine Babyschale oder einen Kindersitz dazubuchen. In einem Reisebus können Babys und Kleinkinder nicht ausreichend gesichert werden.

Im Winter sind gebuchte Touren allerdings gar keine schlechte Option, da das Fahren bei den rauen Bedingungen deutlich erschwert ist. Ihr solltet euch dies nur zutrauen, wenn ihr darin wirklich geübt seid.

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5. FÜR ISLAND PACKEN


Unabhängig von der Jahreszeit, in der ihr nach Island reist: Geht davon aus, dass es kalt, niederschlagreich (Regen oder Schnee) und windig ist.

Die Wandlungsfähigkeit des Wetters auf der Insel am nordwestlichen Rand Europas ist bemerkenswert. Innerhalb eines einzigen Vormittags könnt ihr einen Schneesturm, strahlenden Sonnenschein, Eisregen und dann wieder einen Schneesturm erleben. Am Nachmittag erwartet euch vielleicht durch Tauwetter Schneematsch. Aber keine Sorge: Am nächsten Tag liegt vermutlich wieder Neuschnee.

Im Winter liegen die Temperaturen je nach Region zwischen -10 bis +5 Grad Celsius.

Entsprechend solltet ihr packen. Dazu gehören Regenschutzkleidung, warme Socken, Mützen, Handschuhe und Sonnenbrillen. Letztere sind auch im Winter sinnvoll – gerade beim Autofahren, wenn die Sonne tief am wolkenlosen Himmel steht.

Vergesst für die heißen Quellen nicht die Badekleidung! Eigentlich könnt ihr alles gebrauchen – außer Regenschirme. Diese sind aufgrund des starken Windes absolut nicht zu empfehlen.

Wenn ihr Island im Winter besucht, solltet ihr einen Tripod mitbringen, um die Nordlichter zu fotografieren.

 

PACKLISTE ISLAND WINTER

  • Thermounterwäsche

  • warme Socken

  • warme Pullover und Hosen (letztere sollten unbedingt wasserfest sein; gegebenenfalls zusätzliche Regenschutzhose zum Drüberziehen)

  • warme, wasserfeste Jacke

  • festes, gefüttertes Schuhwerk

  • Schuhspikes, Grödeln, Crampons – wie auch immer ihr sie nennen wollt – um auf Eis und gefrorenem Schnee trittsicher zu sein

  • Handschuhe, Schal und Mütze

  • Sonnenbrille

 

PACKLISTE ISLAND WINTER BABYS & KLEINKINDER

  • langärmlige Bodies

  • Strumpfhosen

  • Socken/Strümpfe

  • lange Unterhosen

  • langärmlige Shirts

  • Pullover/Strickjäckchen

  • wasserfeste Handschuhe

  • Schal und Mütze

  • einteiliger Schneeanzug mit Füßen oder alternativ mit Gummisteg bzw. Fußgummi, damit die Hosenbeine unten am Stiefel bleiben und kein Schnee an die unteren Kleidungsschichten dringen kann

  • ab Laufalter: gefütterte Winterstiefelchen

  • Wind- und Wetterschutzcreme


6. SEHENSWÜRDIGKEITEN IN ISLAND


  • Hauptstadt Reykjavík: insbesondere The Old Harbour, Hallgrímskirkja, Harpa (Konzerthaus)

  • Geothermalgebiete mit heißen Quellen und Schlammtöpfen: bspw. Krísuvík geothermal area & Seltún, Friðheimar (Bauernhof mit geothermalen Gewächshäusern und Restaurant)

  • Wasserfälle: bspw. Seljalandsfoss, Skogafoss

  • Gletscher: bspw. Vatnajökull

  • schwarze Strände: bspw. Reynisfjara, Diamond Beach

  • Golden Circle: Nationalpark Þingvellir, Geothermalgebiet Geysir, Wasserfall Gullfoss. Attraktionen in der Nähe: Kratersee Kerið, Secret Lagoon in Flúðir, Reykholt, Brúarhlöð, Laugarvatn, und die Kirche Skálholt

  • Ring Road: auf Route 1 einmal entlang der Küste rund um die gesamte Insel

  • Blue Lagoon: klassische Touristenfalle

Wer Island besucht, tut dies, um die einzigartige, spektakuläre, wildschöne, raue Natur zu erleben. Hierbei gibt es einiges zu beachten, aber kaum entsprechende Hinweisschilder.

So verführerisch es auch erscheint: Lasst eure Kinder nicht auf dem Moos herumtoben. Die Pflänzchen sind nicht nur wunderbar weich, sondern auch ungemein empfindlich und es kann Jahrhunderte dauern, bis sie nachwachsen.


7. CAMPEN


Nein, ihr könnt nicht einfach irgendwo in Island euer Zelt aufbauen. Wildcampen ist gesetzlich verboten. Seid ihr nicht auf einem Campingplatz, benötigt ihr eine schriftliche Erlaubnis der Eigentümerin bzw. des Eigentümers des Landes.

Allerdings gibt es eine Vielzahl an Campingplätzen. Diese findet ihr hier, mitsamt einer Übersicht, welche Campingplätze in der Nebensaison sowie im Winter geöffnet haben.

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8. WASSER IN ISLAND


Kauft kein Wasser in Flaschen. Es gibt wenige Orte auf dieser Erde, an denen ihr so frisches, sauberes und vor allem wohlschmeckendes Wasser bekommt, wie in Island.

Leitungswasser ist Trinkwasser.

In einigen Regionen riecht und schmeckt warmes Leitungswasser allerdings nach Schwefel. Ursächlich dafür ist der geothermale Ursprung des Wassers. Gesundheitsschädlich ist das nicht, allerdings beeinträchtigt es natürlich den Geschmack; auch den der mit warmem Wasser zubereiteten Speisen. Verwendet deshalb ausschließlich kaltes Leitungswasser zum Trinken und kocht es vorher im Topf ab, wenn ihr Essen zubereiten für euch und eure Kleinen herrichten wollt.


9. POLARLICHTER IN ISLAND


Die Nordlichter zu sehen, ist für viele ein Traum. Doch das Auftauchen des tanzenden Himmelsphänomens ist unberechenbar. Eine Vorhersage findet ihr auf en.vedur.is. Verlässlichkeit bietet das allerdings nicht.

Um die Aurora borealis zu sehen, braucht es

  • Dunkelheit: Gebiete mit wenig Lichtverschmutzung; überall außerhalb von Reykjavík sind ideal

  • einen wolkenfreien Himmel

  • einen KP-Wert von mindestens 2 oder mehr (=Stärke der Polarlichter)

Übrigens werden zu Wasser und zu Land viele Northern Lights Touren angeboten. Die Einheimischen selbst lachen nur darüber. Fragt in eurer Unterkunft nach, von wo aus ihr die Aurora sehen könnt und spart das Geld für einen Trip, bei dem es ohnehin keine Garantie auf das Erscheinen der Lichter gibt.


10. APPS


Für Individualreisende sind diese Apps in Island hilfreich:

  • SafeTravel: Damit könnt ihr täglich überprüfen, welche Straßen gesperrt sind und für welche Regionen es Warnhinweise gibt.

  • Iceland Travel by TripBucket oder Iceland Visually: virtuelle Reiseführer

  • Aurora: Vorhersage für die Polarlichter

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Island mit Kindern im Winter: Packliste