Elternzeit Roadtrip Kanada: Reisebericht Teil 3
Unserer Kanada Roadtrip während der Elternzeit führte uns bis nach Vancouver Island im wunderschönen British Columbia. Wir hielten uns im Süden der Insel auf; zunächst an der Ostküste und dann an der Westküste. Pacific Rim National Park. Ein Traumziel? Kommt drauf an. In diesem Reisebericht teile ich unsere Erfahrungen und gebe euch Tipps für eure eigene Reise- und Routenplanung.
ROADTRIP KANADA IN DER ELTERNZEIT
Sechs Wochen lang haben wir während unseres Elternzeit Roadtrips den Südwesten Kanadas bereist. Im ersten Teil dieses Reiseberichts erzähle ich euch vom Start unseres Roadtrips in Alberta, dem Land der Wildrosen. In Teil 2 geht es weiter ins wunderschöne British Columbia, beginnend mit Clearwater, Kamloops und Whistler. In diesem letzten Teil nehme ich euch mit nach Vancouver Island.
Für den Roadtrip hatten wir vor Ort ein Wohnmobil gemietet. Diese Option war für uns mit 13 Monate altem Kleinkind die beste. Welche entscheidenden Vorteile Wohnmobile bieten, wenn man mit kleinen Kindern reist, könnt ihr hier nachlesen.
Zudem war ein Roadtrip mit Wohnmobil kostengünstiger, als Mietwagen und Hotelzimmer es gewesen wären.
ROADTRIP KANADA ROUTE
CAMPBELL RIVER
Der Weg nach Vancouver Island ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel mehr Zeit man einplanen muss, als man zunächst vielleicht denken würde. Und mit Wohnmobil und Kind dauert alles nochmal deutlich länger.
Einen Tag, bevor wir mit der Fähre nach Vancouver Island übersetzten, sind wir bereits von Whistler nach Vancouver gefahren. Das sind zwar nur etwas mehr als 100 km; mit Wohnmobil und Kleinkind, das bei Laune gehalten werden möchte und dafür Pausen benötigt, waren wir dennoch fast drei Stunden unterwegs. Die erste Fähre, die wir am nächsten Tag um 6:25 Uhr von Horseshoe Bay nach Nanaimo nutzten, hatte eine Fahrtzeit von einer Stunde und 40 Minuten. Natürlich muss man mindestens eine Stunde vor Abfahrt am Fährterminal sein. Die Abfahrt am Ankunfthafen geht dann recht zügig. Von Nanaimo nach Campbell River sind es über 150 km. Wir haben noch einen Zwischenstopp im Ort Comox gemacht und waren gute vier Stunden unterwegs. Insgesamt benötigten wir etwa 25 Stunden von Whistler nach Campbell River – mit Übernachtung und Pausen.
Die bei Google Maps angegebene Fahrtzeit beträgt für die Strecke von Whistler nach Horseshoe Bay eine Stunde und 20 Minuten, für Nanaimo nach Campbell River eine Stunde und 40 Minuten. Insgesamt also nur drei Stunden – mit Wohnmobil nicht zu schaffen. Diese Aufstellung habe ich gemacht, um euch zweierlei zu zeigen: Verlasst euch erstens nicht auf die Fahrtzeiten, die gemeinhin angenommen werden. Diese sind für Autos, nicht für andere Fahrzeuge. Und zweitens müsst ihr bei der Planung eures Roadtrips einberechnen, dass teilweise ganze Tage nur für das Fortkommen von einer Station zur nächsten verlorengehen. Dies wiederum zieht nach sich, dass ihr auch Pausentage einplanen solltet. Unsere Reise von Whistler nach Campbell River war anstrengend; für meinen Mann, der die ganze Strecke fahren musste und für mich, die ein kleines Kind ununterbrochen mit Singen, Spielen, Bücher ansehen, etc. unterhalten musste.
Campbell River ist vor allem berühmt dafür, der einzige Ort zu sein, an dem alle fünf Arten des Pazifischen Laches geangelt werden können und galt einst als “Lachshauptstadt der Welt”. Selbst geangelt haben wir nicht, aber tatsächlich war der Lachs, den wir in einem winzigen, zauberhaften Restaurant Crabby Bob's Seafood Inc. am Hafen gegessen haben, ausgezeichnet. Noch besser sogar war der geräucherte Lachs mit Ahornsirup, der hier in dicken Filetstücken verkauft wird.
Außer kulinarischen Genüssen machten wir uns natürlich auch hier wieder zu Fuß auf, um die Natur zu erkunden.
WANDERUNG: ELK FALLS VIEWING PLATFORM & ELK FALLS VIA MILLENIUM TRAIL
Der 1,8 km kurze Waldweg zur Aussichtsplattform auf die Elk Falls hat seinen Ausgangspunkt an einem ungewöhnlich großen Parkplatz und ist erwartungsgemäß gut besucht. Es gibt hier mehrere Aussichtspunkte auf den spektakulären Canyon mit seinem Fluss und den Wasserfällen. Eine gut konstruierte Hängebrücke, auf der sogar ich mich sicher fühlte, führt zur größten Plattform.
Auf dem 4 km langen Millenium Trail ist es dann etwas ruhiger. Der Pfad führt mit wenigen Steigungen ein gutes Stück am bewaldeten Flussufer entlang.
WANDERUNG: BEAVER POND ELK FALLS LOOP & CAMPBELL RIVER CANYON VIEW TRAIL
Der 3,1 km lange Beavor Pond Elk Falls Loop startet im Quinsam Campground – direkt neben unserem Stellplatz mit der Nummer 48 ging es los. Der Weg ist schmal und stellenweise recht zugewachsen. Es gibt auch einige steile Passagen, die zwar kurz sind, aufgrund von loser Erde aber sehr rutschig. Durch Wald und Sumpf führt der Trail an einem Teich vorbei und am Fluss entlang.
Hier wechselten wir auf den 4,7 km langen Campbell River Canyon View Trail, der von Einheimischen offenbar gern als Laufstrecke genutzt wird. Der Rundweg führt zweimal über den Fluss; einmal über eine Hängebrücke und dann über eine befestigte Brücke, die auch für Autos zugelassen ist. Das Gros des Trails ist landschaftlich wirklich schön, allerdings gibt es auch eine recht lange Passage, die geradezu unattraktiv ist: Der Weg führt über Asphalt vorbei an einer großen, lauten Anlage eines örtlichen Energieversorgers. Anschließend geht es ein ganzes Stück über steile Treppen, bevor man wieder angenehmen Boden unter den Füßen hat.
Unterkunft: Quinsam Campground; wunderschöner Campingplatz im vor den Toren von Campbell River gelegenen Elk Falls Provincial Park. Ausgangspunkt für mehrere Wanderwege. Großzügige Stellplätze mit Privatsphäre, mitten im Wald, sehr gepflegt, mit schönem Spielplatz für kleinere und größere Kinder.
TOFINO & UCLUELET
UNTERWEGS IM SÜDEN VON VANCOUVER ISLAND
Die Fahrt von Campbell River zum im Südwesten von Vancouver Island gelegenen Pacific Rim National Park ist landschaftlich ungewöhnlich reizvoll.
Keine halbe Stunde, nachdem wir vom Campingplatz aufgebrochen sind, machten wir eine ausgedehnte Mittagspause am Saratoga Beach. Der wunderschöne Sandstrand liegt im nördlichen Part von Comox Valley. Hier könnte man durchaus auch mehrere Tage verbringen. Der Strand ist zwar gut besucht, aber da er breit und lang ist, ist man trotzdem sehr für sich. Man kann hier gut im Pazifik schwimmen oder baden, aber das Wasser ist auch im Sommer nicht gerade warm. Nach dem Mittagessen im Wohnmobil fuhren wir weiter – so lange nach Süden, bis wir endlich die Straße erreichten, die an die Südwestküste von Vancouver Island führt.
Ja, die Straße. Es gibt nur eine; zumindest nur eine, die befestigt ist. Vancouver Island ist groß und nicht so erschlossen, wie man vermuten könnte. Diese eine Straße, Highway 4, zweigt einige Kilometer vor Nanaimo ab und führt durch Cathedral Grove und Port Alberni.
Leider hatte es einige Wochen vor unserem Besuch in der Region einen Waldbrand gegeben, weshalb Highway 4 genau an dieser Stelle nur einige Stunden am Tag einspurig befahrbar und Cathedral Grove ganz geschlossen war. Wenngleich wir auch nur vorbeifahren konnten, gewannen wir einen kleinen Eindruck davon, wie einzigartig Cathedral Grove ist. Mächtige, bis zu 800 Jahre alte Douglasien gaben dem Ort seinen Namen. Die größten sollen einen Umfang von neun Metern haben. Zu gern hätten wir einen der kurzen Wanderwege durch diesen Märchenwald gemacht.
Die Hafenstadt Port Alberni ist die größte Ortschaft in der Region und kann als Ausgangspunkt für verschiedene Outdoor-Aktivitäten genutzt werden.
Nachdem wir Port Alberni schon ein ganzes Stück hinter uns gelassen haben, schlängelt sich die Straße durch Berge. Nebel steigt in so dichten Schwaden auf, dass wir zunächst einen Waldbrand befürchten. Aber nein, es ist einfach ein atemberaubendes Naturschauspiel.
Den Kennedy Lake haben wir bei unserer Hin- und Rückfahrt passiert – einmal in der Abenddämmerung und einmal bei Sonnenaufgang. Beide Male strahlte der See in den Bergen etwas Magisches aus. Dieser Ort lohnt sicher einen längeren Besuch.
IM PACIFIC RIM NATIONAL PARK
Unser Weg führte weiter in Richtung Pacific Rim National Park. Der Park besteht aus drei Teilen, die nicht miteinander verbunden sind: Long Beach, den Broken Group Islands und dem West Coast Trail. Wir waren nur in Long Beach, dem am leichtesten zugänglichen Part. Die anderen beiden Gebiete sind landschaftlich interessanter und schöner, aber über Schotterstraßen und Wasserwege wesentlich schwerer zu erreichen. Hier locken noch echte Outdoor-Abenteuer mit intensiver Naturerfahrung. Um den West Coast Trail zu wandern, benötigt man zudem eine Genehmigung. Kinder müssen ein Mindestalter von acht Jahren haben.
In der Nähe von Long Beach gibt es nur zwei kleine Städtchen. Nördlich liegt der bekannte Surfer Hotspot Tofino. Die Ortschaft ist wirklich hübsch und hat einiges zu bieten, etwa einen Wochenmarkt, kleine Geschäfte und Galerien lokaler Kunstschaffender. Die Preise hier sind jedoch absurd. Es gibt einige luxuriöse Resorts, die zahlungskräftige Kundschaft anziehen. Selbst ein einfacher Stellplatz auf einem Campingplatz kostet hier schon bis zu 200 $ pro Nacht.
Deshalb haben wir uns einen Campingplatz im südlich von Long Beach gelegenen Ucluelet gesucht. Trotzdem haben wir hier die horrende Summe von 75 $ pro Nacht gezahlt.
Letztlich sind wir dennoch dreimal nach Tofino gefahren, da der Ort attraktiver ist und hier die Anbieter für Touren und Ausflüge ansässig sind. Wir hatten schon von Deutschland aus eine Walbeobachtung gebucht. Und es hat sich gelohnt: Ein Buckelwal schwamm im Verbund mit zwei Zwergwalen. Er präsentierte sich ganz wunderbar, winkte uns mit einer Seitenflosse, als er sich um die eigene Achse drehte und verabschiedete sich sogar, indem er beim Abtauchen seine Schwanzflosse zeigte. Außerdem sahen wir Seeotter, Robben, Seelöwen und ganz unverhofft zwei Papageientaucher, von denen es insgesamt nur vier Exemplare in Long Beach gibt.
In Ucluelet besuchten wir das Ucluelet Aquarium. Die Meeresbewohner, die hier gezeigt werden, werden zum Ende der Saison wieder in die Freiheit des Pazifiks entlassen. Einige der Kreaturen darf man vorsichtig berühren – das ist eine spannende Erfahrung, aber für Kleinkinder gänzlich ungeeignet. Wir kamen an einem Regentag und dementsprechend war das doch recht kleine Aquarium stark frequentiert. Wir mussten über eine halbe Stunde warten, bis wir eingelassen wurden.
Mit Wanderungen sieht es in Long Beach eher schlecht aus. Es gibt einige Trails, die aber sehr kurz sind und sich untereinander nicht verbinden lassen. Es gibt drei Rundwege von etwa je 1 km Länge. Die beiden Rainforest Trails A and B sind komplett mit Holzplanken versehen und es gibt sehr viele Passagen mit kurzen Stufen. Für Kleinkinder zum Selberlaufen völlig ungeeignet.
Die Anziehungskraft dieses Gebiets geht allein von den traumhaften Sandstränden aus. Diese sind wirklich wunderschön; auch deshalb, weil die Besucher*innen sich aufgrund der Weitläufigkeit des Küstenabschnitts gut verteilen und man nur kurz am Parkplatz den Eindruck hat, dass viel los sei. Nicht überall kann man bedenkenlos baden oder surfen; Informationsmaterialien und digitale Anzeigetafeln auf der Straße geben Hinweise zur allgemeinen Situation und zum aktuellen Wellengang.
Es gibt mehrere Strände und Buchten im Nationalpark. Besonders schön ist Florencia Bay. Wer kein Wohnmobil hat, darf direkt zum Parkplatz dieses Strandes fahren. Wir dagegen mussten den Nuu-chah-nulth Trail laufen (5 km hin und zurück). Dieser Pfad ist mit einigen Informationstafeln über die Natur und die Geschichte der First Nations versehen. Landschaftlich ist der Weg wirklich schön, insbesondere das letzte Stück, bevor eine Treppe zum Strand führt. Mächtige, alte Bäume, Moose und Farne und Hexenhaar. Ursprünglich und faszinierend. Ein Märchenwald. Aber Vorsicht: Ein großer Teil des Trails führt über Holzplanken, die dringend erneuert werden mussten. Einige Passagen sind vollkommen vermodert und nicht mehr begehbar. Der Strand von Florencia Bay selbst ist jedoch wunderbar. Die malerische Bucht ist aufgrund der spezifischen Strömungen nicht zum Surfen geeignet, aber ideales Ausflugsziel für Familien mit Kindern, um hier einen Tag am Strand zu verbringen.
Die schönsten Erlebnisse unserer Reise: mit unserer Tochter am Strand sein. Und das, obgleich wir das Wandern in den Bergen so lieben. Unvergleichlich sind Spaziergänge mit Kleinkind am Ozean spazierenzugehen. Wellen beobachten, Muscheln und angespülte Teile von Tieren und Pflanzen untersuchen, mit nackten Füßen über Sand laufen. Dem Kind beim Staunen zusehen. Entspannung und tief empfundene Glückseligkeit.
Übrigens fiel uns hier deutlich auf, dass Vancouver Island nicht so richtig für Wohnmobile geeignet ist. Der Parkplatz von Florencia Bay ist nicht der einzige, auf dem Wohnmobile nicht gestattet sind und wo es auch keine entsprechenden Stellflächen gibt. Das gilt sowohl für die Ortschaften als auch für den Nationalpark. Insbesondere in Tofino ist die Parkplatzsuche mit Wohnmobil mühsam. Im Pacific Rim National Park sind sogar einige Straßen für Wohnmobile gesperrt.
WANDERUNG: WILD PACIFIC TRAIL
Der einzige, zumindest etwas längere Wanderweg hier ist der Wild Pacific Trail. Die Gesamtlänge wird mit 8 km angegeben; allerdings besteht dieser Weg aus drei Teilen, die nicht zusammenhängen. Um den Weg dennoch am Stück zu laufen, muss man an den Straßen von Ucluelet entlanggehen. Dort, wo der Trail tatsächlich ein Trail ist, ist er jedoch atemberaubend. Am schönsten ist es zwischen Big Beach und Rocky Bluffs. Einfach zu begehen und für Kleinkinder hervorragend geeignet, führt der gut ausgebaute und beschilderte, aber trotzdem gering frequentierte Wanderweg an der rauhen Pazifikküste entlang. Fantastische Ausblicke auf den Ozean und viele Fotomotive – ein Genuss.
Unterkunft: Ucluelet Campground; teuer und nicht schön; erinnert teilweise an einen RV Park. Aktuell wird viel verbessert, aber bis alle Arbeiten abgeschlossen und die zur Abgrenzung der einzelnen Stellplätze gepflanzten Bäumchen hoch genug gewachsen sind, sodass hier ein attraktiver Campingplatz ist, werden wohl noch ein paar Jahre ins Land ziehen. Im Zentrum von Long Beach befindet sich der wirklich wunderschöne Green Point Campground. Er ist der günstigste Platz (35 $ pro Nacht) und gleichzeitig der schönste weit und breit. Ein Stellplatz muss Monate im Voraus gebucht werden. Der Secret Beach Campground auf First Nations Territorium wurde uns von anderen Reisenden wärmstens empfohlen und gilt als Gateway zu den Broken Group Islands.
VICTORIA
Victoria. Die Königliche. Hauptstadt von British Columbia. Lange haben wir überlegt, ob wir einen Abstecher hierher machen. Auf unserer Reise wurde uns ein Besuch der Stadt immer wieder ans Herz gelegt – insbesondere von den Einheimischen. Alle schwärmten von der Schönheit Victorias. Ein Kanadier meinte, sein Land hätte kaum Historie, aber das wenige, was es hat, gäbe es in Victoria.
Und tatsächlich lohnt sich die Reise hierher. Das koloniale Erbe trägt die Hafenstadt an der Südostspitze von Vancouver Island nicht nur im Namen; es ist auch in der Architektur sichtbar.
Eine vielfältige Kunst- und Kulturszene, zahlreiche Museen, ausgedehnte Parkanlagen, Strände und natürlich gigantische Einkaufszentren – Victoria hat für jeden Geschmack etwas zu bieten.
Mit Wohnmobil muss man außerhalb des Zentrums parken. Wir nutzten dafür den Parkplatz eines Einkaufszentrums und fuhren mit einem Bus nach Downtown. Dort schlenderten wir durch die Straßen von Chinatown, dem ältesten Chinatown in Kanada, das seinen Ursprung in den 1850er Jahren hat. Hier ist die Fan Tan Alley der absolute Publikumsmagnet. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nicht einmal einen Meter breit. Damit ist sie die engste Geschäftsstraße in Nordamerika. Früher war die Fan Tan Alley bekannt für Glücksspiel und Opium. Heute gibt es hier Büroräume, Wohnungen, Restaurants, eine Kunstgalerie und entzückende kleine Geschäfte, im denen Vintage Mode, Accessoires, Schokolade, Kräuter oder ungewöhnliche Souvenirs angeboten werden. Im Heart‘s Content, dessen Eigentümer aus England kommt, wie sein Dialekt auch nach über 30 Jahren in Kanada noch verrät, erstanden wir eine Mütze. Mit der Besitzerin vom The Umbrellatorium, einem Geschäft, dass ausschließlich Regenschirme verkauft, plauderten wir längere Zeit. Auf unsere Frage, wo man hier gut essen könne, schickte sie uns hinunter zum Hafen.
In einem ausgemusterten Frachtcontainer direkt am Pier befindet sich das Restaurant Red Fish Blue Fish, das einen geradezu legendären Ruf hat. Alle Sitzplätze auf der kleinen Terrasse und an einer langen Bar mit Hafenblick waren belegt und eine lange Schlange stand vor dem Fenster, an dem die Bestellungen entgegengenommen werden. Die meisten Gäste entscheiden sich für Fish & Chips – so auch wir. Glücklicherweise ergatterten wir dann noch zwei Sitzplätze und konnten unser Essen genießen. Es war in der Tat ein Gaumenschmaus.
Anschließend spazierten wir noch die gut besuchte Hafenpromenade entlang bis zum prächtigen Parlamentsgebäude im Neobarock. Es war ein warmer, sonniger Tag und vom Pazifik wehte eine angenehme Brise – ein rundum gelungener Ausflug; gut, dass wir den Abstecher hierher doch noch gemacht haben.
Unterkunft: Goldstream Campground: außerhalb der Stadt gelegener, wunderschöner Campingplatz von BC Parks, sehr ruhig, absolut empfehlenswert.
FAZIT
Campbell River und der Elk Falls Provincial Park waren schön, aber es gibt noch viele andere Reiseziele auf Vancouver Island, die wahrscheinlich sogar lohnender sind. Wer die ursprüngliche Natur des Pacific Rim National Parks in vollen Zügen genießen will, sollte besser mit Pick up Truck und ohne Baby oder Kleinkind kommen. Man darf sich nicht von Superlativen locken lassen: Ganz besondere Bäume gibt es auf Vancouver Island, uralt, unendlich hoch mit den dicksten Stämmen; etwa die größte Douglasie und die größte Rotzeder der Welt – man sollte vorher sicherstellen, ob man überhaupt eine Chance hat, in die Nähe dieser Bäume zu kommen und diese dann tatsächlich auch zu finden. Recherche ist beim Reisen eben doch alles.
W E I T E R E B E I T R Ä G E
Kanada mit Kleinkind


Erfahrungen zum Reisen in der Elternzeit. Wann, wie und wohin? Fakten und Learnings.