Reiseführer Island mit kleinen Kindern: das perfekte Familienabenteuer
Island ist die perfekte Destination für euren nächsten Familienurlaub. Das Land ist ausgesprochen kinder- und damit familienfreundlich, hat eine sehr niedrige Kriminalitätsrate und bietet ein ganzes Füllhorn an Aktivitäten. Natürlich denkt man zunächst an die einzigartige, bizarr schöne Natur der Insel im äußersten Nordwesten unseres Kontinents; aber auch kulturell gibt es in Island einiges zu entdecken. In diesem Beitrag liegt der Fokus allerdings darauf, was ihr hier mit euren Kindern in Island unternehmen könnt. Typische Fragen, die bei der Reiseplanung aufkommen, werden auch beantwortet: Dürfen eure Kinder mit in eine Eishöhle? Können sie auf einem Walbeobachtungsschiff mitfahren? Welches Mindestalter gibt es für welche Aktivitäten? Die besten Empfehlungen gibt es natürlich ebenfalls; unsere Island Reise mit Kleinkind im Winter war eine der schönsten Erfahrungen, die wir je gemacht haben. Also, auf in ein wunderbares Familienabenteuer!
UNTERKÜNFTE IN ISLAND MIT KINDERN
Der nach dem Vereinigten Königreich flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt. Auch in den abgelegensten Gegenden, wo es keine Hotels gibt, könnt ihr trotzdem eine geeignete Unterkunft finden: eine Wohnung, ein Cottage oder gleich ganzes Haus. Anmieten könnt ihr diese über die einschlägigen Plattformen, wie AirBnB, Hey Iceland oder Home To Go. Familienfreundliche Hotels in Reykjavík findet ihr hier: https://visitreykjavik.is/kid-friendly-hotels.
Besonders charmant sind die gar nicht mal so kleinen Hütten, die überall im Land, insbesondere entlang der Ring Road, zu finden sind. Häufig handelt es sich um Farm stays; also Urlaub auf dem Bauernhof. Die Küchen sind extrem gut ausgestattet, sodass Selbstversorgung so angenehm ist, wie sie es nur sein kann. Manchmal gibt es sogar eine Waschmaschine. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese Cottages im Winter schwer zu heizen sind und es im Inneren durchaus empfindlich kalt ist.
Man selbst fühlt sich in den zauberhaften, teilweise sehr liebevoll eingerichteten Hütten gleich, als würde man zu diesem Land dazugehören. Und für Kinder ist natürlich schon allein die Unterkunft ein echtes Abenteuer – Tiere beobachten, streicheln und füttern, Traktoren bestaunen und einfach Natur und Landleben erfahren.
ISLAND RUNDREISE MIT KINDERN
WIE SOLLTET IHR ISLAND BEREISEN?
Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, Island mit Kindern zu erkunden:
gebuchte Bustour
gebuchtes Paket für Selbstfahrer*innen: ihr erhaltet eine vorgefertigte Reiseroute vom Veranstalter; Transport, Unterkunft und Ausflüge werden bereits vor eurer Ankunft für euch organisiert
Individualreise mit Mietwagen oder Wohnmobil
Mit Baby oder Kleinkind ist eine Individualreise meiner Erfahrung nach am sinnvollsten. Gerade wenn ihr mit den Kleinsten unterwegs seid, müsst ihr stets mit dem Unvorhergesehenen rechnen und wisst nie, wann ihr ungeplante Pausentage einlegen müsst.
Wenn ihr selbst am Steuer sitzt, ist zudem das Spektrum an Erlebnissen und Aktivitäten viel breiter gefächert als mit einer gebuchten Standard-Sightseeing-Tour. Für euch ist es stressfreier, da ihr nicht von einem Programmpunkt zum nächsten hetzen und eure Kleinen nicht nach Zwischenstopps antreiben müsst, wieder in den Bus zu steigen. Für kleine Kinder ist es angenehmer, weil sie den Rhythmus mitgestalten können. Hinzu kommt noch ein anderer Aspekt: Wie können eure Kinder in einem Reisebus adäquat gesichert werden?
Bei einer Individualreise mit Wohnmobil könnt ihr das Reisetempo und die Sehenswürdigkeiten ganz frei selbst bestimmen. Diese Variante kommt allerdings witterungsbedingt in Island nur im Sommer in Betracht. Grundsätzliche Vorteile zu einer Reise mit Kindern im Wohnmobil lest ihr hier.
Reist ihr im Winter nach Island oder liebäugelt nicht gerade mit der Vorstellung einer Wohnmobiltour, ist eine Mietwagenreise die perfekte Alternative. Natürlich seid ihr nicht ganz so flexibel wie mit einem Wohnmobil, da die Unterkünfte gerade im Sommer aufgrund der hohen Nachfrage unbedingt vorgebucht werden müssen und es demzufolge dennoch sein kann, dass ihr an einem Tag, an dem ihr lieber nicht ins Auto steigen würdet, dies tun müsst, um von einer zur nächsten Unterkunft zu gelangen.
Übrigens könnt ihr Unterkünfte und Ausflüge auch bei einer Reise mit Mietwagen trotzdem durch eine Agentur planen und buchen lassen.
Es macht aber auch viel Spaß, die Reiseplanung in Eigenregie durchzuführen. Das ist natürlich mehr Arbeit, aber so stellt ihr sicher, dass ihr eine Reise unternehmt, die euren Interessen entspricht und vor allem auch zu euch als Familie passt.
AKTIVITÄTEN & SEHENSWÜRDIGKEITEN IN ISLAND MIT KINDERN
Island ist ein riesiger Abenteuerspielplatz. Sobald man auf der Insel ankommt, hat man das Gefühl, einen ganz anderen Planeten betreten zu haben. Euch erwartet eine echte bucket list an Erlebnissen:
Geysire, Wasserfälle und Vulkane erkunden
Wale beobachten
in geothermalen Pools entspannen
schwarze Lavastrände besuchen
im Sommer:
Boot fahren auf einem Gletschersee
durch eine Lavahöhle wandern
die märchenhaft andersweltlichen Landschaften der Highlands erkunden
im Winter:
eine Eishöhle besuchen
die Nordlichter sehen
mit älteren Kindern (Informationen zu Altersbegrenzungen gibt es weiter unten):
eine Gletscherwanderung machen
eine Eishöhle besuchen
eine Mountainbike Tour unternehmen
Rafting
Reiten
GOLDEN CIRCLE
Ihr braucht einen Anhaltspunkt für die Planung eurer Islandreise? Beginnt beim Golden Circle. Diese nahe der Hauptstadt Reykjavík gelegene Route ist die beliebteste in Island, denn alles, was den Reiz der Insel nahe des Polarkreises ausmacht, ist dabei:
Gullfoss Wasserfall
ausbrechende Geysire im Geothermaltal Haukadalur (übersetzt “Tal der Greifvögel”)
der Kontitentalgraben von Þingvellir
Die drei Hauptattraktionen liegen nicht weit auseinander, sodass viele Besucher*innen sie innerhalb eines Tages abfahren. Die Strecke der Rundfahrt beträgt etwa 230 km. Wenn ihr diese Zahl als Eltern kleiner Kinder hört, wisst ihr sofort, dass es völlig utopisch ist, den Golden Circle innerhalb eines Tages zu absolvieren. Warum auch? Ihr seid ja nicht da, um Punkte auf einer Liste abzuhaken, sondern um gemeinsam als Familie unvergessliche Abenteuer zu erleben – ohne dabei in Hektik auszubrechen.
Die Route kann beliebig um einige Punkte ergänzt werden:
Laugarvatn: Wellnessbad Fontana Island
Reykholt: geschichtsträchtiger Ort mit Wasserfällen, Heißen Quellen und Höhlen
Brúarhlöð: eine enge Schlucht im Fluss Hvitá, etwa drei Kilometer südlich der Goldenen Wasserfälle von Gullfoss
Flúðir: Secret Lagoon (gute Alternative zur Blue Lagoon), Top Empfehlung!
Skáholt: Gut mit Kirche, jahrhundertelang eines der kulturellen und politischen Zentren Islands
Kerið: Kratersee
Wählt ihr für eure Reise eine feste Unterkunft im Zentrum Reykjavíks, könnt ihr den Golden Circle auch im Rahmen einer Bustour erkunden. Altersgrenzen gibt es hier in der Regel nicht; allerdings unterscheiden sich die Angebote in Länge und Aktivitäten. Wenn ihr mit kleinen Kindern reist, sind kürzere Varianten empfehlenswert.
BADEN IN HEISSEN QUELLEN UND GEOTHERMISCHEN POOLS
Die geothermischen Gewässer gehören zu den beliebtesten Anziehungspunkten gleichermaßen für Einheimische wie für Reisende. Seit der Besiedlung der Insel ist Baden im herrlich warmen Wasser die bevorzugte Familienaktivität der Isländer.
Die durch vulkanische Aktivitäten beheizten Naturbäder sind über das ganze Land verteilt. Am bekanntesten ist ausgerechnet die 37 bis 39°C warme Blue Lagoon nahe der Hauptstadt Reykiavík, die gar keinen natürlichen Ursprung hat. Sie entstand in den 1970er Jahren aus vom benachbarten Geothermalkraftwerk Svartsengi an die Oberfläche gepumpten Wasser und Dampf. Nichts desto trotz ist der Ort malerisch. Doch Vorsicht, Eltern: Kinder dürfen hier erst ab einem Alter von zwei Jahren planschen.
Gute Alternativen zur Blue Lagoon sind das Fontana-Thermalbad in Laugarvatn (ohne Altersbeschränkung, freier Eintritt bis 13 Jahre) oder die Secret Lagoon in Flúðir (ohne Altersbeschränkung, freier Eintritt bis 14 Jahre). Gerade letztere ist eine absolute Empfehlung. Im Winter ist die Secret Lagoon nicht so überlaufen und außerdem ist man hier auf die kleinsten Gäste und ihre Eltern gut eingestellt: Schwimmwindeln und Schwimmhilfen werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. In der Damen-Umkleidekabine gibt es Hochstühle (auch im Duschbereich) und eine Babyschale, sodass ihr euch bequem umziehen und duschen könnt, ohne die ganze Zeit euer Baby oder Kleinkind auf dem Arm halten zu müssen.
Wer kein Budget dafür hat, kann kostenfrei die natürlichen Quellen ohne Infrastruktur nutzen. Beispielweise lohnt sich der Fußmarsch zu jenen im geothermischen Reykjadalur-Tal bei Hveragerdi (Auf- und Abstieg ca. je eine Stunde).
Strandurlaub in Island? Das ist möglich im ebenfalls künstlich angelegten Resort Nauthólsvík in Reykjavík. In der Bucht wird das Wasser des Atlantiks durch Erdwärme auf Badetemperatur gebracht.
EIN TAG AM STRAND: BLACK SAND BEACHES IN ISLAND
Island ist berühmt für seine schwarzen Lavastrände. Der bekannteste ist Reynisfjara – allerdings auch der gefährlichste. Der Ort mit beeindruckenden Basaltformationen und einer Höhle mit Meerblick lädt nicht zum Verweilen ein. Lasst weder das Wasser, noch eure Kinder keinen Moment aus den Augen! Auch, wenn das Meer vergleichsweise ruhig aussieht, können plötzlich auftretende, sogenannte Sneaker-Wellen zu einer tödlichen Gefahr werden.
Die von Reynisfjara, aber auch von der nahe gelegenen kleinen Hafenstadt Vík aus sichtbaren Reynisdrangar, schwarze Felsnadeln im Meer. Es sind Spitzen einer Bergkette, die nur scheinbar allein im Atlantik stehen. In Island erzählt man sich, zwei Trolle hätten mit einem Schiff gekämpft, wären zu Stein erstarrt und hätten dadurch das Schiff für die Ewigkeit gefangen genommen.
Der Strand in Vík ist wesentlich geeigneter für einen Besuch mit Kindern. Dasselbe gilt für den weiter im Südosten Islands gelegenen Diamond Beach – die angespülten Felsen und Berge aus Eis (daher der Name) und der schwarze Sand machen diesen Strand zum vielleicht schönsten der Welt.
Der schwarze Sand ist übrigens der perfekte Spielsand, denn neben seiner ungewöhnlichen Farbe hat er weitere wunderbare Eigenschaften: er ist grobkörnig, fühlt sich trotzdem sehr weich an und setzt sich vor allem nicht in Haut und Kleidung fest. Er bleibt einfach nicht haften, auch dann nicht, wenn eure Kleinen sich noch so sehr darin wälzen.
ISLANDS TIERWELT BEOBACHTEN
ISLANDPFERDE
Die hübschen Islandpferde findet man hier natürlich an jeder Ecke. Trotzdem kann man sich kaum sattsehen am Anblick dieser wundervollen Tiere. Achtung: Haltet nicht einfach auf der Straße an, um die Pferde zu fotografieren. Auch, wenn der Autoverkehr in Island überschaubar ist, haben wir selbst mehrmals beobachtet, wie es beinahe zu Unfällen kam, weil die Tourist*innen mitten auf der Straße aus ihren Mietwagen springen, um die Tiere zu fotografieren.
Die kleinen Pferde mit ihrem freundlichen und sanften Wesen sind perfekt auch für unerfahrene Reiter*innen geeignet. Wollten eure Kinder schon immer mal auf einem Pferd sitzen, gibt es dafür keinen besseren Ort als Island!
Island muss man im Tölt vom Rücken eines Islandpferdes aus gesehen haben!
Auf dem Bauernhof, auf dem wir wohnten, dürfen bereits Kinder ab drei Jahren reiten. Längere Touren verlangen häufig ein Mindestalter von sieben Jahren. Die Ausflüge variieren in Länge und Schwierigkeit – das Angebot reich von einem halbstündigen Ritt bis zu mehrtägigen Touren. Informiert euch deshalb gut im Vorfeld, was ihr möchtet und was zu euren Fähigkeiten passt!
WALE
Im Meer um Island gibt es je nach Jahreszeit mehr als 20 Wal- und Delfinarten – unter anderem Minkwale, Buckelwale, Orcas, Schweinswale und Weißschnauzendelfine. Von April bis September sind die meisten Arten vor Ort. Im Winter gibt es weniger Walbeobachtungstouren, da viele Tiere in andere Gewässer weitergezogen sind.
An einigen Orten könnt ihr Wale auch von Land aus beobachten. Orcas etwa können vom Diamond Beach aus gesehen werden, Delfine und andere Tümmler in der Bucht von Faxaflói.
Touren zur Beobachtung der Tiere haben in der Regel keine Altersbegrenzung. Sobald ihr an Bord geht, werden euch passende Schwimmwesten für eure Kinder überreicht – auch für Babys. Natürlich solltet ihr eine Bootstour mit kleinen Kindern nur bei ruhiger See unternehmen. Plant deshalb eine solche Tour eher zu Beginn eurer Reise: Ist das Wasser zu rau, könnt ihr auf einen späteren Tag verschieben.
PAPAGEIENTAUCHER
Von April bis August könnt ihr die possierlichen Vögel entlang der Südküste oder an den Westfjorden von Land aus zu beobachten.
Besonders schön ist es auf der Halbinsel Dyrhólaey, direkt neben Reynisfjara Beach. Hier nistet nicht nur eine Kolonie Papageientaucher, sondern auch Seeschwalben und andere Vögel.
Solltet ihr es vorziehen, die Papageientaucher vom Wasser aus zu sehen, gibt es auch Kombi-Touren mit Walbeobachtung. Achtung: Diese werden mit Schnellbooten durchgeführt; das Mindestalter beträgt zehn Jahre.
ROBBEN
Überall an der Küste besteht grundsätzlich die Chance, Robben zu beobachten. Garantiert sehen kann man Meeressäuger in der Jökulsárlón Glacier Lagoon. Der Gletschersee ist überhaupt einer der schönsten Orte in Island und einer der beeindruckendsten der Welt. In der tiefblauen Lagune treiben mächtige, vom Gletscher abgebrochene Eisberge. Robben schwimmen durch das klare Wasser oder ruhen sich auf Eisschollen aus. Im Sommer werden etwa 60minütige Bootsfahrten durch die Lagune angeboten. Die Amphibientouren haben kein Mindestalter; um an einer Zodiactour mit Schnellboot teilzunehmen, müssen eure Kinder allerdings mindestens zehn Jahre alt und 130 cm groß sein.
Wollt ihr mehr über Robben erfahren, ist das isländische Robbenzentrum Selasetur Íslands auf der Vatnsnes-Halbinsel die richtige Adresse. Hier könnt ihr die faszinierenden Tiere nicht nur beobachten, sondern lernt etwas über die in Island heimischen Arten, ihre Anatomie, ihren Stellenwert in der Kultur und Fabelwelt Islands, die Forschungsarbeit und welche Auswirkungen der Tourismus auf die Tierwelt im Nordatlantik hat und mit welchen Maßnahmen die hiesige Natur geschützt werden kann.
RENTIERE
Rentiere sind nicht heimisch in Island, sondern wurden im 18. Jahrhundert auf die Insel gebracht. Sie leben größtenteils im Osten und können beispielsweise entlang der Straße von Jökulsárlón nach Höfn gesehen werden.
POLARFÜCHSE
Obwohl die hübschen Geschöpfe im gesamten Land zu finden sind, braucht es vermutlich viel Glück, einen mit eigenen Augen zu erspähen. Ihre Fellfarbe ist je nach Jahreszeit perfekt an die Umgebung angepasst – braun im Sommer, schneeweiß oder blaugrau im Winter; je nachdem, ob das Tier im Landesinneren oder an der Küste lebt. Im Winter könnt ihr allerdings wenigstens die Spuren ihrer Pfoten im Schnee entdecken.
Polarfüchse sind übrigens die einzigen einheimischen Landsäuger Islands – alle anderen Landsäugetiere wurden vom Menschen eingeführt. Im Arctic Fox Center in Súðavík könnt ihr alles über die unter Schutz stehenden Tiere erfahren.
BAUERNHOFTIERE
Über das ganze Land verteilt gibt es Bauernhöfe und ihr werdet gerade im Sommer viele Tiere entdecken; im Winter sind eigentlich nur die Pferde auf den weitläufigen Weiden, da Schafe und Rinder mit der Kälte und dem scharfen Wind nicht zurechtkommen. Habt ihr einen Farm Stay gebucht, also eine Unterkunft auf einem Bauernhof, werdet ihr auch im Winter die Möglichkeit haben, die Tiere in den Ställen zu sehen. Direkt auf den Höfen gibt es natürlich Hunde, Katzen, Schweine, Kaninchen, Meerschweinchen und viele andere fellige Genossen. Eine Alternative zu einem Farm Stay sind Streichelzoos, etwa Dýragarðurinn í Slakka, der allerdings nur im Sommer besucht werden kann.
ABENTEUERTOUREN IN ISLAND MIT KINDERN
Island wurde bekanntlich von Feuer und Eis geformt. Gletscher und Vulkane machen die Faszination der Insel aus – und genau die wollt ihr euch vermutlich aus der Nähe ansehen.
GLETSCHER: HINAUF & HINEIN
Mehr als 10% von Islands Landfläche werden von Gletschern bedeckt. Der größte Gletscher Europas (außerhalb des Polargebiets) ist der Vatnajökull, der sich im gleichnamigen Nationalpark in Südisland befindet. Eine Gletscherwanderung ist ein beliebtes Abenteuer bei Einheimischen wie Tourist*innen. Die angebotenen Touren unterscheiden sich in Länge und Schwierigkeitsgrad. Achtung! Auch bei den kürzeren und einfacheren Touren beträgt das Mindestalter je nach Anbieter sieben, acht oder zehn Jahre. Auf die kostenintensiveren privaten Touren dürfen Kinder bereits ab fünf Jahren mit.
Etwas ganz Besonderes ist ein Ausflug ins Innere eines Gletschers. Im Winter könnt ihr eine natürlich entstandene Eishöhle besuchen, im Sommer einen von Menschenhand geschaffenen Eistunnel. Natürlich ist die Eishöhle das wahre, phänomenale Erlebnis! Das Mindestalter ist dasselbe wie das für die Gletscherwanderungen – es variiert von sieben bis zehn Jahren. Für die Eistunnel gibt es angeblich kein Mindestalter. Überprüft haben wir das selbst allerdings nicht.
Pro Tipp: In den Eishöhlen müsst ihr manchmal durch Wasser waten. Euer Schuhwerk sollte entsprechend sein: wasserdicht und mit hohem Schaft. Mit Wanderstiefeln seid ihr auf der sicheren Seite.
Gletschertouren werden an mehreren Orten in Island angeboten. Am Vatnajökull starten diese im Winter direkt an der Jökulsárlón Glacier Lagoon. Ihr fahrt erstmal mit einem modifizierten Monster Truck auf den Gletscher – allein diese Fahrt ist schon ein Abenteuer für sich und beginnt dann die eigentlich Wanderung. Helme und Crampons (Spikes für die Schuhe) werden gestellt.
Empfehlung für Eltern mit kleinen Kindern: Da unsere Tochter noch ein Kleinkind ist, musste mein Mann die Eishöhle allein erkunden. Wir haben uns währenddessen die Zeit am Diamond Beach vertrieben – bei dem schönsten Sonnenschein, den man sich wünschen kann. Da ich den Gletscher dennoch von Nahmen sehen wollte, haben wir später gemeinsam eine kurze Wanderung zu einer der vielen Gletscherzungen des Vatnajökull unternommen. Absolut lohnend!
RIVER-RAFTING
Der Gletscherfluss Hvítá im Süden des Landes ist eine gute Adresse für einen Rafting-Ausflug. Der Fluss besteht aus zwei Teilen: In der einen Hälfte gibt es nur leichte Strömungen, in denen Kinder ab zehn Jahren Rafting mitmachen dürfen. Im zweiten Teil sind die Stromschnellen intensiver und das Mindesalter steigt auf 12 Jahre.
Auf dem Fluss Vestari Jökulsa im Norden gibt es Familien-Rafting-Touren für Kinder ab sechs Jahren.
LAVAHÖHLEN
Höhlen sind für Kinder per se spannend – eine farbenfrohe Lavahöhle zu erforschen ist noch mal ein ganz besonderes Erlebnis.
Lavahöhlen gibt es nur an aktiven Vulkanen (oder solchen, die zwar inaktiv, aber geologisch betrachtet noch sehr jung sind). Sie entstehen, wenn dünnflüssige Lava bei einem Ausbruch in einer Art Rinne den Hang des Vulkans hinunterfließt. An den Rändern und der Oberfläche des Lavastroms sind Temperatur und Fließgeschwindigkeit geringer als im Inneren – demzufolge kühlt die Lava außen schneller ab, erstarrt dabei, während die Lava im Inneren weiter fließt. Irgendwann ist die noch flüssige Lava im Inneren abgeflossen und ein Hohlraum bleibt zurück.
In Island findet sich eine ganze Reihe solcher Hohlräume, also Lavatunnel oder Lavahöhlen. Im Westen der Insel zählen dazu etwa Surtshellir, Vatnshellir, Viðgelmir sowie die meistbesuchte Lavahöhle Leidarendi. Letztere ist nahe Reykjavík gelegen und bereits für Kinder ab fünf Jahren zugänglich.
Kein Mindestalter gibt es in der Raufarholshellir bei Hveragerdi in Südisland. Kinder unter zwölf Jahren zahlen keinen Eintritt. Doch Vorsicht: Es gibt Treppenstufen; je nach Alter und Fähigkeiten müsst ihr eure kleineren Kinder über diese tragen.


Destination, Budget und Komfort – Kriterien für die Reiseplanung mit Kind.