Fliegen mit Baby – Tipps Teil 2: Am Flughafen und während des Fluges

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Die erste Flugreise mit Baby ist aufregend. Was gibt es am Flughafen zu beachten? Was dürft ihr auf keinen Fall vergessen? Wie gestaltet ihr das gesamte Prozedere für euer Kleines und euch selbst möglichst stressfrei? Wann steigt ihr am besten ins Flugzeug ein? Wie war das mit dem Druckausgleich? In diesem Beitrag erfahrt ihr, was ihr beim Fliegen mit Baby am Flughafen und während des Fluges beachten müsst, damit ihr eine möglichst angenehme Reise habt.

 

Hier geht’s zu den 5 Top-Tipps, die ihr kennen solltet, bevor ihr euren ersten Flug mit Baby bucht. Auch alle Fragen zum Thema Kinderwagen/Buggy werden dort beantwortet.

 

1. ZEITMANAGEMENT AM FLUGHAFEN

Plant großzügig mit der Zeit und seid entsprechend früh am Flughafen. Mit Baby dauert nicht zwangsläufig alles länger – manchmal geht es sogar schneller. Müsst ihr aber etwa euren Kinderwagen am Check-in aufgeben oder habt das Pech, dass eure Babynahrung für den Flug mit einem speziellen Scanner überprüft wird, kann durchaus viel Zeit verlorengehen. Ja, Babynahrung fällt nicht unter die 100-ml-Regelung für Flüssigkeiten. Ihr könnt soviel mitnehmen, wir ihr auf dem Flug benötigt und auch eine besondere Art der Verpackung ist nicht notwendig.

Warum geht es mit Baby manchmal auch schneller? An einigen Flughäfen gibt es am Check-in und/oder der Sicherheitskontrolle eine Priority- & Family Lane. Hier könnt ihr jede Menge Zeit sparen, allerdings solltet ihr euch bei eurer Planung nicht darauf verlassen, dass Familien mit Babys oder Kleinkindern immer vorrangig behandelt werden.


2. GAMECHANGER BABYTRAGE: sicher und bequem durch den Flughafen

Das gesamte Prozedere am Flughafen (und auch während der ganzen Reise) ist mit Babytrage für alle Beteiligten ausgesprochen stressarm: Euer Kleines fühlt sich sicher und geborgen und ihr habt die Hände frei. Maximale Flexibilität.

Kommt es zu Verspätungen oder habt ihr aufgrund eines Zwischenstopps eine längere Wartezeit, hat euer Baby in der Trage den besten Platz zum Schlafen. Für Krabbelbabys (ab ca. acht Monaten) ist es dagegen durchaus empfehlenswert, einen Spielbereich zu suchen. So können die Kleinen sich noch etwas austoben, bevor Bewegungsmöglichkeiten im Flugzeug stark eingeschränkt sind.

Wichtig: Auch die Babytrage wird bei der Sicherheitskontrolle durchleuchtet. Reist ihr mit Partner oder Freund*in, sollte diese Person nicht vor euch durch die Schleuse gehen, sondern das Baby im Arm halten, während ihr die Trage abnehmt. Dann könnt ihr mit Baby durch die Sicherheitskontrolle gehen. Ich durfte meine Tochter währenddessen die ganze Zeit auf dem Arm halten, dies ist aber nicht immer üblich. Auch euer Baby wird per Hand abgetastet – keine Sorge, das Personal tut dies mit der gebotenen Behutsamkeit.


3. WUNDERTÜTE WICKELTASCHE: was hinein gehört und wie ihr am besten packt

Eine Flugreise ist für Babys vor allem eines: langweilig. Es bedarf eines ausgeklügelten Unterhaltungsprogramms. Auf Mittel- und Langstreckenflügen wird das Kabinenpersonal Spielzeug vorbeibringen. Aber natürlich solltet ihr selbst etwas in petto haben. Dafür empfiehlt sich Lieblingsspielzeug oder etwas Neues, was euer Baby noch nicht kennt und was deshalb noch besonders interessant ist. Bälle und Bauklötze sind im Flugzeug offensichtlich einigermaßen ungeeignet. Besonders gut funktionieren Fühlbücher oder für größere Babys ab 10 Monaten auch Quiet-Books. Klassische Stapelbecher oder Rasseln sind auch eine gute Option. Geräuschloses Spielen wird ohnehin kaum möglich sein.

Seid ihr relativ sicher, dass euer Kleines während des Fluges schlafen wird, solltet ihr eine Babydecke dabeihaben, da es im Flugzeug mitunter empfindlich kalt werden kann.

Jede Mama hat stets Wechselkleidung für ihr Baby dabei. In die Wickeltasche, die ihr als Handgepäck ins Flugzeug mitnehmt, solltet ihr allerdings auch Wechselkleidung für euch einpacken. Es gibt so einige Ausscheidungen eures Babys, die in einer ungewohnten Situation auf euch landen können.

Es kann sich lohnen, die Wickeltasche ein wenig anders zu packen, als gewöhnlich. Verstaut das, von dem ihr wisst, dass ihr es häufig oder dringend benötigen werdet, möglichst griffbereit – vielleicht in einer Außentasche.

Eine Wickelunterlage, zwei von insgesamt mehreren Windeln (für den Fall, dass während des Wickelns ein Malheur passiert) und Feuchttücher hatte ich etwa ganz oben in der Wickeltasche, da ich diese Utensilien am Flughafen als erstes benötigte. Aus hygienischen Gründen ist es empfehlenswert, auf Flugreisen Einmal-Wickelunterlagen zu nutzen, statt waschbare. Diese könnt ihr einfach im Wickelraum am Flughafen oder in der Flugzeugtoilette entsorgen.


4. BOARDING: Idealer Ablaufplan

Nutzt die Zeit nach dem Sicherheitscheck sinnvoll:

  1. Füllt gegebenenfalls eure Thermoskanne für die Babynahrung mit heißem Wasser. Das Personal in den Cafés oder Imbissständen ist euch dabei gern behilflich.

  2. Jetzt ist die letzte Gelegenheit vor dem Flug für Bewegung: Lauft herum. Wenn euer Baby schon größer ist, lasst es – falls ein Spielbereich für Kinder vorhanden ist – nochmal krabbeln.

  3. Wechselt unmittelbar vor dem Boarding die Windeln. Am Flughafen ist dafür mehr Platz. Im Flugzeug geht das natürlich auch, ist aber aufgrund der Beengtheit sehr unkomfortabel. Überprüft vorher, wo der nächstgelegene Wickelraum ist. Wir haben es schon erlebt, dass die Wege überraschend weit sind.

  4. Zieht euer Kleines warm an. Im Flugzeug ist es häufig sehr kalt. Nutzt nicht eine dicke Kleidungsschicht, sondern mehrere dünne Schichten. Das hält besonders warm und wenn es eurem Baby zu heiß wird, könnt ihr problemlos eine Schicht wieder ausziehen.

  5. Wählt den Boarding-Zeitpunkt geschickt – steigt ihr am Anfang oder am Ende ins Flugzeug ein? Beides kann Vor- und Nachteile haben; das hängt von eurer Situation ab. Meist werden Familien mit Babys oder Kleinkindern am Anfang zum Boarding aufgerufen. Reist ihr mit zwei Erwachsenen, ist es durchaus sinnvoll, wenn jemand gleich zu Beginn die Sitzplätze einrichtet und das Handgepäck verstaut. Die andere Person sollte mit dem Baby draußen warten und als letztes einsteigen. Es kann sinnvoll sein, die Zeit im Flugzeug für das Baby so kurz wie möglich zu halten. Bei dem sehr begrenzten Platz ewig warten zu müssen, bis alle eingestiegen sind und es losgehen kann, erzeugt unnötigen Stress. Fliegt ihr allein, kann es dagegen praktischer sein, zu den Ersten im Flugzeug zu gehören, um euch den Sitzplatz in Ruhe gut einzurichten und dafür zu sorgen, dass euer Handgepäck an eurem Sitzplatz verstaut wird. Kommt euer Handgepäck mit euch als letztes in die Kabine, muss es häufig weit entfernt von euch verstaut werden. Seid ihr unsicher, könnt ihr euren idealen Boarding-Zeitpunkt auch mit dem Personal besprechen, das das Boarding durchführt.

  6. Wenn euer Baby eine verstopfte Nase hat, verabreicht 15 bis 30 Minuten vor Take-off abschwellende Nasentropfen.

  7. Sobald das Flugzeug die Startbahn erreicht hat (nicht schon auf dem Weg dorthin): Gebt eurem Baby zu Trinken – Brust oder Fläschchen. Das ist wichtig für den Druckausgleich, der bei Babys anders funktioniert, als bei Erwachsenen. Dafür muss euer Kleines während des Steigflugs schlucken. Um sicherzugehen, dass das Baby dann auch wirklich Hunger hat und trinkt, solltet ihr mindestens zwei Stunden zuvor keine Nahrung mehr angeboten haben.


5. BITTET UM HILFE

Die Flugbegleiter*innen sind ohnehin serviceorientiert. Scheut euch nicht, sie zu bitten, das Handgepäck für euch in den Fächern über den Sitzen zu verstauen, euch mit dem Loop-Belt behilflich zu sein, eure mitgebrachten Fläschchen zu erwärmen oder euch anderweitig zu unterstützen.

Zieht Mitreisende auf eure Seite: Erzählt, dass euer Baby zu ersten Mal fliegt, wie aufregend das alles ist usw. Wenn ihr schon vorher ins Gespräch gekommen seid, ist es leichter, um Unterstützung zu bitten, falls ihr diese benötigen solltet.

Guten Flug!

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