Fliegen mit Baby – Tipps Teil 1: was ihr vor der Buchung beachten müsst

Fliegen mit Baby – für manche Eltern ein no-brainer, für andere kommt es dem Öffnen der Büchse der Pandora gleich. Ja, Fliegen mit Baby kann eine Herausforderung sein, muss es aber nicht. Die Faktoren, die hier hineinspielen, sind vielfältig. Zum einen kommt es natürlich auf die gesamte Reisezeit an: Es macht einen enormen Unterschied, ob ihr von Freunden oder Familie bequem im Auto innerhalb von 20 Minuten zum Flughafen gefahren werdet und dann einen Kurzstreckenflug von maximal zwei Stunden Flugdauer antretet oder ob ihr erst eine mehrstündige Zugfahrt zum Flughafen bewältigen müsst und dann noch einen Langstreckenflug mit Umsteigen vor euch habt. Zum anderen hängt der Grad der Herausforderung von eurem Baby ab: Manche Babys reagieren grundsätzlich wenig gelassen auf neue Situationen. Es kann aber auch mal tagesformabhängig sein und ihr habt einfach Pech. Eventuell befindet sich euer Baby gerade in einem Entwicklungssprung und dann ist ohnehin wieder alles anders.

Mit akribischer Vorbereitung wappnet ihr euch selbst für Unvorhersehbares und bekommt vor allem ein Gefühl der Sicherheit.

In diesem Beitrag bekommt ihr die besten fünf Tipps für die Planung eurer Flugreise – und am Ende eine Checkliste für Baby’s Handgepäck.

 

1. Der beste Zeitpunkt für Babys ersten Flug

Das beste Alter für eine Flugreise mit Baby ist zwischen dem vollendeten dritten und beginnendem sechsten Lebensmonat. In dieser Zeit ist das Baby in der Regel noch voll gestillt (Nahrung ist also immer in optimaler Temperatur sofort verfügbar) und so klein, dass es sich von Warteschlangen am Check-in, bei der Sicherheitskontrolle oder dem Boarding wenig beeindrucken und das ganze Prozedere am Flughafen einfach über sich ergehen lässt. Im Flugzeug wird es einfach in euren Armen liegen – ja, vielleicht weinen und schreien, aber zumindest nicht den Bewegungsdrang eines Neunmonatigen haben, permanent aufstehen, krabbeln und absolut alles greifen und in den Mund stecken wollen.

 

2. Reiseplanung und Babyschlaf

Versucht nach Möglichkeit, den Flug so zu buchen, dass Check-in und Sicherheitskontrolle nicht gerade in Babys Schlafenszeit fallen. Andernfalls wird die ganze Situation für euch und euer Kleines enorm stressig. Ideal wäre es natürlich, wenn euer Baby während des Fluges schläft. Deshalb hatte ich unseren ersten Flug so gebucht, dass er mit dem Vormittagsschlaf zeitlich zusammenfiel. Geschlafen hat meine Tochter im Flugzeug dennoch nicht – dafür fand sie alles viel zu spannend.

 

3. Baby auf eurem Schoß oder auf eigenem Sitzplatz?

Die Regelungen bezüglich Fliegen mit Baby sind alles andere als einheitlich und unterscheiden sich auch je nach Flugstrecke. Deshalb solltet ihr euch unbedingt vorher bei eurer Airline informieren. Bei einigen Fluggesellschaften fliegen Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren kostenlos mit (gilt insbesondere für innerdeutsche Flüge), bei anderen zu einem Tarif, der 10% des Erwachsenenpreises entspricht. Gerade bei Langstreckenflügen ist es durchaus empfehlenswert, für euer Kleines einen eigenen Sitzplatz zu buchen. Hierbei geht es um nicht nur um Komfort, sondern auch um Sicherheitsaspekte bei Start und Landung oder während Turbulenzen. Manche Airlines akzeptieren Babyautoschalen, die auch für Flugzeuge zugelassen sind, auf dem Sitzplatz – diese Informationen erhaltet ihr am zuverlässigsten bei einem Telefonat mit der Fluggesellschaft.

Die Bassinets, die an der Wand in der ersten Reihe der Economy Class eingehängt werden, gibt es in der Regel nur auf Langstreckenflügen. Allerdings ist es fraglich, ob euer Baby sich darin ablegen lässt oder gar schläft. Während die Anschnallzeichen leuchten, müsst ihr euer Baby ohnehin auf den Schoß nehmen. Zudem sollte man sich nicht darauf verlassen, ein solches Babykörbchen zu bekommen, da es kurzfristig zu unerwarteten Sitzplatzänderungen kommen kann.

Der zusätzliche Loop-Belt – ein Gurt, mit dem ihr euer Baby an eurem eigenen Anschnallgurt sichern könnt – ist in Europa zwar Standard, aber nicht weltweit. Fazit: Euer Baby fliegt am sichersten in einer Babyschale auf seinem eigenen Sitzplatz.

Eure Sitzplätze solltet ihr unbedingt vorher reservieren. Fenster- oder Gangplatz? Das hängt vom Baby und eurer ab. Wenn ihr während des Fluges stillt und nicht von allen Seiten beäugt werden möchtet, ist ein Fensterplatz angenehmer. Gleiches gilt, wenn euer Baby schon mehr mitbekommt und nach allem greift. Es kann mühsam sein, kleine Händchen und Ärmchen permanent davon abzuhalten, Personen und Dinge im Gang anfassen zu wollen. Ist euer Baby noch auf reines Beobachten beschränkt, kann ein Gangplatz ein ausgesprochen gutes Unterhaltungsprogramm abgeben.

 

4. Kleines Baby — großes Gepäck

Ebenfalls unterschiedlich sind die Regelungen hinsichtlich Kindergepäck. Bei manchen Tarifen erhaltet ihr mit Baby ein zusätzliches Handgepäckstück, bei anderen nicht. Es ist sinnvoll, diese Informationen schon vor der Buchung bei der Airline einzuholen.

Wer mit Baby reist, ist in der Regel mit schwerem Gepäck unterwegs. Als Mama verzichtet man für sich selbst, quetscht viel zu wenig in ein kleines Köfferchen und nimmt die Wickeltasche als Handgepäckstück. Trotzdem schleppt man so viel mit, dass leicht der Eindruck entstehen kann, man wolle eine Weltreise unternehmen.

Überprüft vorher, was ihr wirklich mitnehmen müsst und was am Zielort gekauft oder ausgeliehen werden kann. Die erste Flugreise mit Baby haben wir zu Freunden unternommen und die haben zuvor ihre halbe Nachbarschaft abgeklappert — so sind für uns eine Babyautoschale, ein Reisebett und ein Hochstuhl zusammengekommen. Windeln haben wir selbst mitgenommen, aber die benötigen natürlich viel Platz im Koffer.

Fliegt ihr zu Freunden/Familie, leiht euch möglichst viel dort aus, um Gepäck zu reduzieren. Könnt ihr vor Ort bequem waschen? Dann müsst ihr nicht so viel Babykleidung einpacken.

Wenn ihr eure eigene Babyautoschale und eigenen Kinderwagen bzw. Buggy mitnehmen wollt oder müsst, könnt ihr diese kostenfrei beim Check-in aufgeben oder – bei langen Wegen am Flughafen – noch bis zum Gate und manchmal sogar bis zur Flugzeugtür mitnehmen und erst dort dem Kabinenpersonal übergeben. Nur bei den wenigsten Airlines ist es möglich, den Kinderwagen mit in die Flugzeugkabine zu nehmen – in der Regel wird er im Laderaum transportiert. Es empfiehlt sich allerdings, Reisebett, Babyautoschale und Kinderwagen vorher einzupacken, da leider gerade Kinderwägen dafür bekannt sind, bei Flugreisen häufiger beschädigt oder zerkratzt zu werden. Dafür könnt ihr entweder direkt am Flughafen einen entsprechenden Service in Anspruch nehmen und diese Gegenstände in Folie einwickeln lassen oder ihr verwendet Taschen, die der Hersteller mitgeliefert hat. Am Zielflughafen erhaltet ihr euer Equipment entweder direkt nach Ankunft am Gate oder an der Ausgabe für Sperrgut.

 

5. Bonustipp Fliegen mit Baby: Ausweisdokumente

Bis 31.12.2023 benötigte euer Baby einen auch bei innerdeutschen Flügen einen Kinderreisepass. Diese Dokumente waren nur 12 Monate lang gültig. Danach konnten sie verlängert werden. Faktisch musste die Verlängerung allerdings viel häufiger durchgeführt werden, da in vielen Ländern laut Einreisebestimmungen die Ausweisdokumente noch mindestens sechs Monate lang gültig sein müssen. Der bürokratische Aufwand war enorm und die Verwendbarkeit sehr eingeschränkt.

 

Ab Januar 2024 werden Kinderreisepässe nicht mehr ausgestellt, verlängert oder aktualisiert. Gültige Kinderreisepässe können noch bis zum Ende der Gültigkeit weiterverwendet werden.

Eltern, die mit ihren Kindern ins Ausland reisen möchten, müssen ab 2024 einen Personalausweis oder Reisepass für ihr Kind beantragen. Diese Dokumente sind sechs Jahre gültig.

Achtung: Das Gesicht von Babys und Kleinkindern kann sich innerhalb weniger Monate stark verändern, wodurch eine eindeutige Identifizierung bereits lange vor dem Gültigkeitsende von sechs Jahren nicht mehr möglich sein kann. Das Ausweisdokument wird also vorzeitig ungültig. In diesem Fall müsst ihr vor Reiseantritt ein neues Ausweisdokument beantragen.

 

Für Reisen innerhalb der EU, nach Norwegen, Island, Liechtenstein, in die Schweiz und in die Türkei ist ein Personalausweis ausreichend. Mit einem regulären Reisepass kann euer Baby die ganze Welt bereisen.

 

Fliegen mit Baby: CHECKLISTE HANDGEPÄCK

Babys, die keinen eigenen Sitzplatz haben, sondern auf eurem Schoß mitfliegen, haben auch kein Handgepäckstück. Das heißt: Die Wickeltasche wird zu Mamas (oder Papas) Handgepäck. Ein Baby mit eigenem Sitzplatz wiederum hat auch ein eigenes Handgepäckstück. Hintergrund ist der begrenzte Stauraum in den Fächern über bzw. unter den Sitzen.

  • Reisepass / Personalausweis

  • Visum: Wenn das Ausweisdokument eures Kindes kein elektronisches Speichermedium (Chip) enthält, benötigt ihr für die Einreise in einige Länder zusätzlich ein Visum. Informiert euch rechtzeitig über die Einreisebestimmungen eures Reiselandes beim Auswärtigen AmtWichtig: Reisedokumente oder Visum müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

  • Reisevollmacht: Wenn euer Kleines nur mit einer oder gar keiner sorgeberechtigten Person fliegt, benötigt ihr eine Reisevollmacht.

  • Babytrage: So transportiert ihr euer Kleines sicher und geborgen auf dem Flughafen und ins Flugzeug und habt dennoch die Hände frei – was insbesondere beim Reisen sehr praktisch ist, da ihr ständig irgendwas aus euren Taschen heraussuchen müsst. Einen Kinderwagen könnt ihr entweder als Sperrgut aufgeben – dann steht er euch auf dem Flughafen nicht mehr zur Verfügung – oder in einigen Fällen auch mit bis zum Gate nehmen. Auch hier gilt: Informiert euch vorher bei eurer Airline.

  • Babynahrung: Babymilch, Babybrei und Babyfläschchen unterliegen nicht den strengen Sicherheitsregeln für Handgepäck. Demzufolge dürfen die Behälter mit mehr als 100 ml Flüssigkeit gefüllt sein. Allerdings solltet ihr nur so viel Babynahrung mit ins Handgepäck nehmen, wie ihr während des Fluges voraussichtlich benötigen werdet. So vermeidet ihr Verzögerungen beim Sicherheitscheck. Das Kabinenpersonal wird euch gern heißes Wasser bringen. Alternativ könnt ihr dieses auch selbst in einer Thermoskanne mitbringen. Gläschen könnt ihr in der Regel im Flugzeug erwärmen. Informiert euch bei eurer Fluggesellschaft, ob ihr Babynahrung oder Baby-Menüs für Kinder vorbestellen könnt. Für alle Fälle solltet ihr ein paar Snacks mitbringen.

  • Babyschale oder Autositz: Falls ihr für euer Baby einen eigenen Sitzplatz gebucht habt.

  • Wickelsachen: Wickelunterlage, Feuchttücher, Windeln, Windelbeutel, Wundschutzcreme und Wechselkleidung für zwei Tage. Denkt auch an Wechselkleidung für euch selbst! So seid ihr auf alles vorbereitet – von Durchfall und Erbrechen über Flugausfälle bis zu Gepäckverlust. In den meisten Flugzeugen befindet sich in der Toilette auch ein Wickeltisch.

  • Kleidung: Wählt bequeme und praktische Kleidung für euer Kleines. Denkt an eine zusätzliche Schicht, ein Jäckchen oder einen Pullover, die ihr je nach Temperatur im Flugzeug leicht an- und wieder ausziehen könnt.

  • Babydecke und/oder Spieluhr: für zusätzliche Wärme und zur Beruhigung.

  • Spielsachen: Rasseln, Fühl- und/oder Bilderbücher, Kuscheltiere und andere Spielsachen halten euer Baby bei Laune, wenn es mit dem Schlaf nicht klappt. Gerade bei langen Flügen ist ein ausgeklügeltes Unterhaltungsprogramm unabdinglich – das macht es für euer Kleines und vor allem für euch einfach leichter. Oft wird empfohlen, neue Spielsachen für den Flug zu kaufen, da diese länger interessant blieben. Doch was, wenn sich euer Baby für die neuen Spielsachen gar nicht begeistern kann? Ich persönlich verlasse mich auf bewährte Lieblingsspielsachen, die ich etwa eine Woche vor dem Flug wegpacke, sodass die Freude über das bekannte Spielzeug im Flugzeug dann umso größer ist.

  • Reiseapotheke: Nehmt alle Medikamente mit, die ihr auch zu Hause benutzen würdet. Packt unbedingt Medikamente gegen Schmerzen und Fieber ein. Nasentropfen oder Ohrstöpsel können beim Druckausgleich helfen. Eine vollständige Checkliste für die Baby-Reiseapotheke findet ihr hier.

  • Sonstiges: Worauf könnt ihr und eure Kleinen nicht verzichten? Denkt auch an andere wichtige Dinge wie Moltontücher, Schnuller, Thermoskanne, Taschentücher, Desinfektionsmittel.

 

Hier geht’s zu den 5 Top-Tipps zu Fliegen mit Baby – während des Fluges.

 
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Fliegen mit Baby – Tipps Teil 2: Am Flughafen und während des Fluges

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Reisen mit Baby – im Auto