Wocheneinkauf mit Kleinkind

Erdbeeren und Gegensätze.

 

Wir betreten den Supermarkt. Das Kleinkind möchte Erdbeeren. Ich lege eine große Packung wunderschöner, leuchtend roter, völlig überteuerter süßer Früchte in den Einkaufswagen. Ich kaufe Äpfel und Bananen. Daneben gibt es einen weiteren Stand mit Erdbeeren. Natürlich möchte das Kleinkind mehr Erdbeeren. Und so findet eine zweite Packung ihren Weg in den Einkaufswagen. Tomaten, Gurken, Paprika, Blumenkohl, Brokkoli, Rüben, Kartoffeln, Zwiebeln, Spinat, …

Kurz vor Verlassen der Obst- und Gemüseabteilung traue ich meinen Augen kaum. „Da, da!“ Mit Nachdruck zeigt das Kleinkind auf die Erdbeeren. Warum gibt es hier drei Ecken mit Erdbeeren? Ach so, klar: unterschiedliche Packungen, unterschiedliche Herkunft, unterschiedliche Kilogramm-Preise.

In der Abteilung mit den vermeintlich frischen Backwaren verlangt das Kleinkind nach der obligatorischen Buchtel. Zwei Bissen später landet diese mit einem gezielten Wurf neben der dritten Erdbeerpackung im Einkaufswagen.

In der Kühlabteilung ist die kleinkindliche Geduld erschöpft. Raus aus dem Einkaufswagen! Ich lege weiterhin Produkte, die wir benötigen, in den Einkaufswagen und hole ab jetzt allerlei anderes wieder heraus – insbesondere Unmengen an Butter. Nach dem Quark möchte das Kleinkind für den Rest des Einkaufs lieber auf dem Arm getragen werden.

An der Kasse angekommen wird es schwierig: Ich habe nur eine Hand, um alle Produkte auf das Kassenband zu legen. Es dauert. Dann muss ich auch noch die Kassiererin um Entschuldigung bitten, da ich die Champignons in der Erdbeerabt— äh, in der Obst- und Gemüseabteilung vergessen habe (hätten sie mal lieber drei Stände mit Champignons gemacht, dann wäre das nicht passiert). Sie entschuldigt nicht, sondern blickt mich missbilligend an.

Als ich mit Kleinkind auf dem rechten Arm und Champignons unter dem linken Arm zurückkomme, hat sie bereits einen beachtlichen Teil unserer Produkte abkassiert und zu einem Stapel drapiert. Niemand ist hinter uns an der Kasse. Bedächtig baue ich den Stapel ab und packe ein. Noch immer einhändig. Schließlich bin ich eine stay@home mom und habe den ganzen Tag Zeit.

Auf dem Parkplatz wurde unser Auto eingeparkt. Wir hocken auf der Rücksitzbank und lassen uns Milch und die kaum angeknabberte Buchtel schmecken. Dabei beobachten wir die Leute, die mit leerem Blick und herabgezogenen Mundwinkeln an unserem Auto vorbeieilen und deren Leben mit den unsrigen so gar nichts gemein haben.

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